Mit dem „Zwiebellook“ der Kälte trotzen

Wildeshauser Wochenmarkt: Wie gehen die Verkäufer mit den Temperaturen um?

Stammkunde Jochen Mües (links.) kommt auch bei Wind und Wetter gerne zum Gemüsestand von Klaus Thormählen auf dem Wildeshauser Wochenmarkt. - Fotos: Pleuß

Wildeshausen - Von Alina Pleuß. Bei Wind, Regen und Kälte harren sie tapfer an der Wildeshauser Westerstraße und am Marktplatz aus: Gemeint sind die Verkäufer auf dem Wochenmarkt. Wir haben uns umgehört, wie sie sich und ihre Waren vor den Wetterverhältnissen schützen.

„Bei den Kartoffeln ist es besonders wichtig, dass sie frostfrei gehalten werden“, erklärt Heiko Moorschlatt aus Hengsterholz. Bereits vor 50 Jahren verkaufte sein Vater die dicken Knollen aus eigenem Anbau auf dem Wildeshauser Wochenmarkt. „Solange keine Minusgrade sind, geht der Verkauf problemlos so weiter.“ Wenn die Temperaturen jedoch unter null Grad fallen, kann Moorschlatt den Stand vorne mit Planen schließen. „Dann heizen wir hier drinnen so, dass wieder Plusgrade sind“, so der Kartoffelhändler. 

„Die Kälte macht uns nichts aus, wir fahren das ganze Jahr.“ Heizungen im hinteren Bereich des Standes sorgen außerdem dafür, dass die Verkäufer nicht ins Frösteln kommen. „Da hilft der Zwiebellook. Dick einpacken und dann passt das“, ist Moorschlatt überzeugt. „Wir könnten auch bei minus zwölf Grad noch ausfahren.“

Der Vater von Heiko Moorschlaff verkaufte bereits vor 50 Jahren Kartoffeln auf dem Wildeshauser Wochenmarkt.

Laut Gemüsehändler Klaus Thormählen zählt zudem die richtige Denkweise: „Man muss sich darauf einstellen, dass es kalt wird, und, dass man nicht zuhause in der warmen Bude sitzen wird. Dann hält man das auch aus.“ Der Stuhrer ist gut vorbereitet: In seinem Stand ist ein Gasheizungsgebläse aufgestellt und ein isolierender Filzteppich ausgelegt. „Wir benutzen keine Strahler. Die geben die geballte Hitze nur auf einem Fleck ab und der Rest bleibt kalt. Mit dem Gebläse ist die Wärme gut verteilt“, erläutert Thormählen. 

Wie bei Moorschlatt wird auch an seinem Stand bei Minusgraden ein „geschlossener Verkaufsraum gebildet“. Das Obst und Gemüse ist unterschiedlich empfindlich was Temperaturen angeht, berichtet er. „Bananen und einige Salate können die Kälte nicht ab. Daher lagern wir diese Produkte jetzt schon drinnen im Stand. Waren wie Porree und Grünkohl sind wesentlich robuster.“ Seit 23 Jahren fährt er auf den Wildeshauser Wochenmarkt, um seine Lebensmittel anzubieten. Und auch im Winter lohnt sich dieses Geschäft: „Wir haben hier ein beständiges Publikum. Das ist schon sehr familiär. Man kennt sich und man kommt ins Gespräch.“

Sobald es Minusgrade werden, ist der Blumenstand von Jakobus Dreef nicht mehr zu sehen: Die Pflanzen verkraften die Kälte nicht.

Für die Blumen am Stand von Jakobus Dreef aus Bremen gibt es bei Temperaturen im Minusbereich keine Alternativen wie Heizungen: „Wenn es zu kalt wird, dann bleibe ich zuhause. Die Blumen werden sonst matschig und dunkel, da kann man nichts mehr mit machen“, sagt er. Der Verkauf lohne sich dann nicht mehr.

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