Aus dem Leben eines Zwergkaninchen-Halters

„Ausbrecherkönigin“ zieht von Bremen nach Wildeshausen

Erste Annäherung: „Zicke“ und „Puschel“.
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Erste Annäherung: „Zicke“ und „Puschel“.

Unser Redakteur berichtet von seiner Erfahrungen mit einem Zwergkaninchen, das partout auf Wanderschaft gehen wollte.

Eine „Ausbrecherkönigin“ aus der Bremer Neustadt hat seit Pfingsten eine neue Adresse in Wildeshausen: „Altes Amtshaus“ – im Schatten der Alexanderkirche. Keine Sorge, das alles hat nichts mit Kriminalität zu tun. Niemand in der Kreisstadt muss deswegen Angst um sein Hab und Gut haben.

Die „Ausbrecherkönigin“ ist ein Zwergkaninchen, das es verdient hat, in der Zeitung vorgestellt zu werden – auch, wenn so etwas sehr ungewöhnlich ist. Meine Familie hat das Tier vor drei Jahren in unseren Hinterhof in Bremen geholt, weil eins unserer zwei Kaninchen verstorben war und das Männchen nicht einsam sein sollte. Was soll ich sagen? Wir hätten niemals gedacht, dass wir das Gehege danach anlegen mussten wie einen Hochsicherheitstrakt! Innerhalb weniger Wochen war unsere „Ausbrecherkönigin“ – wir nennen sie wegen des in alle Richtungen abstehenden Fells „Konfetti“ – zusammen mit ihrem Kumpel „Muck“ mehrmals in die benachbarten Hinterhöfe geflüchtet. Immer als Anführerin. Unter dem Zaun hindurchgegraben oder drüberweg gesprungen.

„Konfetti“ und „Muck“ brechen zusammen aus

Wir konnten die Tiere wieder einfangen. Doch es dauerte eine Weile, bis wir alles so geregelt hatten, dass das Gehege ausbruchssicher war. Bis vor rund zwei Wochen. Da habe ich wohl unabsichtlich ein Holzscheit im Gehege so liegen lassen, dass beide Kaninchen von dort nachts über den Zaun hinweg das Weite suchten.

Wir verteilten Zettel an die Nachbarschaft, wir spähten ständig in den Hinterhof. Die beiden Kaninchen blieben verschwunden. Dann – ganz unverhofft – saß das Männchen nach einer Woche wieder im Gehege. Schwer krank und laut Diagnose der Tierärztin leidend. Wir mussten es einschläfern lassen.

Die Hoffnung, dass sie zurückkommt, war schon fast versiegt

Und unsere „Ausbrecherkönigin“? Die blieb verschwunden. Unsere Hoffnung, dass sie überlebt, war auf dem Tiefpunkt. Zu kalt, zu viel Regen, kaum etwas zu fressen.

Zwei Wochen nach der geglückten Flucht war „Konfetti“ aber doch wieder da! Saß einfach im Gehege. Ein wenig mager und geschwächt, aber offenbar kerngesund.

Was tun? Einen neuen Gefährten erwerben, damit das Weibchen nicht einsam ist? Nein, ich erinnerte mich an Nicolle Stauga vom „Alten Amtshaus“. Die hatte mir vor zwei Jahren mal zugesichert, ein Kaninchen zu nehmen, wenn wir wieder nur eins haben sollten. Rund um das Restaurant laufen die Tiere frei herum und fühlen sich offenbar richtig wohl.

Neue Heimat „Altes Amtshaus“ in Wildeshausen

Ein Anruf genügte. Nicolle und Frank Stauga waren aufnahmebereit, und so zog „Konfetti“ am selben Tag nach Wildeshausen zur Herrlichkeit um.

Wir waren Pfingsten da. Wir waren neugierig. Was soll ich sagen? Der „Ausbrecherkönigin“ geht es gut. Vielleicht sogar viel besser als zuvor. Sie hat nun ein neues Zuhause, neue Gefährten gefunden und kann laufen, wohin sie will.

Liebe Wildeshauser! Wenn Sie zum „Alten Amtshaus“ kommen, schauen Sie doch mal nach einem glücklichen braunen Zwergkaninchen, das endlich seine Freiheit bekommen hat. Und einen neuen Namen. Es heißt nun „Puschel“ wegen seines Aussehens. Ihr wird es egal sein.

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