Discounter möchte an den Westring doch dort gibt es bislang keine Genehmigung

Zweiter Aldi-Standort in Wildeshausen gefährdet

Der aktuelle Standort von Aldi an der Dr.-Dürr-Straße entspricht nicht mehr den Vorstellungen des Discounters. - Fotos: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der zweite Standort des Discounters Aldi in Wildeshausen ist gefährdet, wenn die Stadt dem Unternehmen nicht die Möglichkeit gibt, am Westring neu zu bauen. Das hat das Unternehmen der Verwaltung und auch Politikern unmissverständlich mitgeteilt. In diesem Zusammenhang hat der Immobilienverwalter von Aldi Nord, Longinus Flenker, sich deutlich zu der Fläche bekannt, auf der aktuell noch die Gewerbehallen von Hamann und Partner am Westring stehen.

In diesem Zusammenhang hat der Immobilienverwalter von Aldi Nord, Longinus Flenker, sich deutlich zu der Fläche bekannt, auf der aktuell noch die Gewerbehallen von Hamann und Partner am Westring stehen. Hinter den Kulissen wird heftig diskutiert und manövriert, um verschiedene Interessen unter einen Hut zu bekommen. Bekannt ist, dass Aldi schon seit Jahren den Standort an der Dr.-Dürr-Straße verlassen will.

Auch ein Angebot des Eigentümers der Immobilie, dort ein neues Gebäude zu erstellen, hat Aldi abgelehnt. Dem Vernehmen nach ist das Verhältnis des Discounter-Riesen zum Besitzer der Fläche nachhaltig gestört.

„Aldi will zudem eine Eigeninvestition und Eigentümer des Baurechts sein“, so Kenner der Szene, die nicht namentlich genannt werden wollen, unserer Zeitung aber die Hintergründe berichtet haben. Zudem wolle Aldi ein Alleinstellungsmerkmal haben. Das wiederum heißt, dass der Discounter keinen Wert mehr auf die unmittelbare Nachbarschaft zu Vollsortimentern legt.

Das neue Konzept des Einzelhändlers sieht vor, ansprechende Gebäude zu erstellen und zunehmend Markenware ins Programm zu nehmen. War es früher gewünscht, neben Edeka oder Netto einen Laden zu eröffnen, geht man heute andere Wege. Damit wird die Situation in Wildeshausen aber schwierig.

Das Einzelhandelsentwicklungskonzept für die Stadt regt an, den Handel am Westring zu konzentrieren. Mittelfristig soll der Bereich an der Dr.-Dürr-Straße, wo zurzeit Aldi, Zimmermann und Deichmann beheimatet sind, zu Wohnfläche umgewandelt werden. Der Besitzer des Grundstücks kann aber (noch) darauf bauen, dass er über ein Sondergebiet Einzelhandel verfügt. So lange dort Märkte stehen, kann am Westring kein neuer Discounter eröffnen.

Es gäbe allerdings die Möglichkeit für die Stadt, mit einer Veränderungssperre an der Dr.-Dürr-Straße das Baurecht zu beeinflussen. Wenn Aldi den Markt verlassen würde, dürfte jegliche Nachnutzung dann nur noch ohne bauliche Veränderung erfolgen. Ein neuer Einzelhändler, beispielsweise Kaufland, der vom Besitzer des Areals ins Gespräch gebracht wurde, würde sich dann dort nicht ansiedeln, weil nicht umgebaut werden darf.

Aus diesem Grund gibt es nun intensive Gespräche mit der Stadtverwaltung und Politikern. Offenbar gibt es von mehreren Investoren den Vorschlag, Aldi neben dem E-Center anzusiedeln. Denkbar wäre eine Nachnutzung des jetzigen Toom-Marktes, der ein Untermieter des E-Centers ist. Der Besitzer der Einzelhandelsflächen an der Dr.-Dürr-Straße könnte theoretisch Anteile an der E-Center-Immobilie kaufen und sein Sondergebiet zum Westring mitnehmen. Dann wäre dort ein Discounter genehmigungsfähig. Aldi beharrt jedoch auf dem Standort bei Hamann.

Vor der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Donnerstag soll wohl nun ein Kompromissvorschlag auf den Tisch kommen: Zimmermann könnte in die Toom-Immobilie ziehen, Deichmann würde in den Komplex des Fahrradhandels neben dem E-Center ehen, und auf der Fläche an der Dr.-Dürr-Straße wäre zukünftig Wohnbebauung möglich. Dann könnte Aldi auch an den Westring gehen. Ob damit alle Investoreninteressen zumindest teilweise erfüllt werden, bleibt fraglich, denn die Fronten scheinen verhärtet zu sein.

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