Bibliotheksleiterin Britta Reussing hatte sich für das Projekt beworben / Mehrgenerationenhaus und Treffpunkte als Kooperationspartner

Zwei wichtige Bücherkisten für die Übersetzungsarbeit

Britta Reussing übergab die Bücherkisten an Sandra Scholz, Katharina Brors, Zainab Zein und Anna Landwehr (v.l.) - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Es gibt mittlerweile einige Flüchtlinge in Wildeshausen. Viele von ihnen sprechen noch kaum die deutsche Sprache, nur wenige dürfen bislang Integrationskurse besuchen. Sie werden unter anderem in den Treffpunkten „Mittendrin“ der Stadt Wildeshausen und im Mehrgenerationenhaus betreut und mit hilfreichen Tipps versorgt.

„Doch bei vielen Themen ist es gar nicht so einfach, sich zu verständigen“, sagt Sandra Scholz, Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Beispielhaft nennt sie den Arztbesuch, bei dem Patienten oft nicht genau erklären könnten, wo es ihnen schmerzt. Beispielsweise für diesen Fall haben das Mehrgenerationenhaus und die Treffpunkte nun ein zweisprachiges Buch mit dem Titel „tip doc“ bekommen, das den Geflüchteten hilft, sich zu artikulieren.

Zwei Kisten mit derartigen Büchern, aber auch mit Vorlesestoff für kleine Kinder oder Informationen zu Deutschland und der deutschen Kultur wechselten am Dienstag in der öffentlichen Bücherei die Besitzer. Deren Leiterin Britta Reussing hatte sich für ein Projekt beworben, das die Bücherei-Zentrale und die VGH-Stiftung in Hannover ins Leben gerufen hatten. Dort wurde anhand der Flüchtlingszahlen ermittelt, wie viele Bücherkisten mit jeweils 29 Ratgebern zu den Bibliotheken gelangen. „Wir sollten dann schauen, wo es verlässliche Partner gibt“, berichtet Reussing.

Beide jetzt bedachten Institutionen sind bestens für den Zweck geeignet, denn dort treffen sich Mütter und ihre Kinder mit Migrationshintergrund. „Wir haben hier Syrer, Kurden, Bulgaren, Sudanesen und Vietnamesen“, sagt Zainab Zein, die im Libanon geboren wurde und mittlerweile Deutsche ist. „Uns besuchen viele Grundschulkinder, für die die Bücher gut geeignet sind“, berichtet die kommissarische Treffpunkt-Leiterin Anna Landwehr. Und Scholz plant für das Mehrgenerationenhaus neben der Mutter-Kind-Gruppe eine Kooperation mit zwei Kindergärten, um die bald schulpflichtigen Flüchtlingskinder mit der deutschen Sprache vertraut zu machen. Zudem würden auch in der DRK-Kleiderkammer Übersetzungsbücher gebraucht.

Reussing hat festgestellt, dass viele Bücher auf dem Markt gar nicht mehr bestellbar sind. „Sie sind vergriffen, weil sie überall benötigt werden“, ist ihre Erfahrung. - dr

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