Zwei Tiere getötet/Kalb wog 30 Kilogramm

Erneut ein Wolf in der Region?

+
Vermutlich ein Wolf hat in Kleinenkneten ein Kalb und in Arkeburg ein Schaf gerissen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Rund 30 Kilogramm schwer und einen Tag alt war das Kalb, das Highland-Cattle-Züchter Stefan Joachimmeyer am Montagmorgen in Kleinenkneten tot auf seiner Weide gefunden hat. Und es wies deutliche Rissspuren auf, sodass sofort der Verdacht aufkam, dass ein Wolf sein Unwesen getrieben hat.

Das bestätigte auch der Vorsitzende des Hegerings Wildeshausen, Willi Möser, auf Nachfrage unserer Redaktion: „Das Kalb wurde eindeutig von einem Raubtier gerissen. Was es war, das muss jedoch erst die DNA-Untersuchung ergeben.“ Eine Probe habe der herbeigerufene Wolfsberater entnommen und eingeschickt: „Erst nach dieser Untersuchung kann gesagt werden, ob es sich um einen Wolf oder einen Hund gehandelt hat. Aber ich schließe einen Wolf nicht aus.“ Fährten oder Kampfspuren seien allerdings nicht gefunden worden, da auch noch weitere Rinder auf der Weide unterwegs waren.

Verärgert zeigte sich Joachimmeyer, der aller Voraussicht nach auf den Kosten sitzen bleibt: „Nur wenn ich Glück habe, bekomme ich etwas Geld aus dem Topf der Landesregierung, wenn es wirklich ein Wolf war, wovon ich ausgehe.“ Er finde es äußerst schlimm, dass sich die Wölfe in den hiesigen Kulturlandschaften frei bewegen und einer sogar schon in einem Wohngebiet in Wildeshausen unterwegs gewesen sei: „Es ist sehr verwunderlich, dass diese Tiere eher zutraulich sind und in die Nähe von Menschen kommen. Da ist es kein Wunder, dass schon der Verdacht geäußert wurde, es könne sich auch um ausgesetzte Tiere handeln.“

Aber der Züchter weiß auch, dass er seine Tiere nicht vor Wölfen schützen kann: „Der Wolfsberater sagt zwar, dass ich 1,40 Meter hohe und ganz dichte Zäune um die Weiden ziehen sollte. Aber wer soll denn das bezahlen?“. Bei der Vermarktung des Fleisches interessiere es den Kunden nicht, wie viel Geld er für einen Zaun ausgeben und auf den Fleischpreis umlegen müsste: „Dieser würde das Fleisch einfach nicht mehr kaufen, weil es zu teuer wäre. Dann könnte ich meine Zucht besser auch gleich aufgeben.“

Ein getötetes Schaflamm wurde hingegen aus Arkeburg im Goldenstedter Moor gemeldet. Dazu teilte die Landesjägerschaft mit, dass ebenfalls Proben genommen wurden, um festzustellen, ob es von einem Wolf getötet wurde.

Mehr zum Thema:

Terrormiliz IS reklamiert Londoner Terroranschlag für sich

Terrormiliz IS reklamiert Londoner Terroranschlag für sich

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Meistgelesene Artikel

Geflügelpest kehrt in den Landkreis zurück

Geflügelpest kehrt in den Landkreis zurück

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Eisenbahntragödie forderte 1957 vier Menschenleben

Eisenbahntragödie forderte 1957 vier Menschenleben

Kommentare