Schutz im Pflegeheim: Kreisverwaltung vereinbart Konzept mit Einrichtungen

Zwei Tests wöchentlich pro Mitarbeiter

Ein medizinischer Mitarbeiter führt einen PCR-Test durch.
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PCR-Tests in Pflegeheimen: Mindestens einmal pro Woche sollen Mitarbeiter mit diesem Verfahren überprüft werden. Symbolfoto: dpa

Landkreis – Der Landkreis Oldenburg hat nach intensivem Austausch per Videokonferenz mit 25 Pflegeeinrichtungen im Kreisgebiet ein Screeningkonzept zur Entlastung der Heime und Steigerung der Effektivität bei Coronatests erstellt. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, werden Mitarbeiter zukünftig zweimal die Woche abgestrichen, davon jedoch mindestens einmal wöchentlich als PCR-Test.

Dies stellt eine erheblich geringere Arbeitszeitbelastung für die Heime dar, und die Effektivität ist deutlich höher, als wenn PoC-Antigen-Schnelltest auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 durchgeführt werden. „Ebenfalls werden infektionsträchtige Bewohner mindestens einmal pro Woche mit PCR-Tests abgestrichen“, heißt es von Kreispressesprecher Oliver Galeotti. Die notwendige Schulung der Probennehmer erfolge im Gesundheitsamt. Die Ergebnisse würden vom Labor direkt an die Einrichtung gemailt, die dann umgehend entsprechend reagieren könne. Die Einrichtung hingegen meldet positive Abstriche an das Gesundheitsamt. Mit diesem Konzept sollen Infektionen schneller erkannt werden und die Ausbrüche in der Folge so gering wie möglich gehalten werden.

Infektionsgeschehen in Pflegeheimen besorgniserregend

Im Zuge der steigenden Inzidenzzahlen und den diffus in der Bevölkerung auftretenden Corona-Infektionen sind nach Angaben des Landkreises in besorgniserregender Häufung Infektionsgeschehen in Pflegeheimen zu verzeichnen. Diese Entwicklung sorge bei Bewohnern und Angehörigen sowie auch den Pflegeheim-Mitarbeitern für Unsicherheit, Sorgen und Ängste.

„Im öffentlichen Gesundheitsdienst, in den Krankenhäusern und insbesondere auch im Pflegebereich sind die Anstrengungen von Menschen für Menschen Tag für Tag riesengroß, um bestmöglich die Gesundheit der Bewohner zu erhalten und zu schützen“, so Landrat Carsten Harings. Es dürfe dabei aber nicht verkannt werden, dass eine 100-prozentige Sicherheit nicht erreicht werden könne. Der Virus finde immer wieder Wege und darum sei es so wichtig, Infektionen so früh wie eben möglich zu identifizieren.

Einen Ansatz hierzu liefert die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Nach diesen Vorgaben sollen die in den Einrichtungen tätigen Personen an zwei Tagen in der Woche, an denen sie in den Einrichtungen oder für die ambulanten Pflegedienste tätig sind, einen PoC-Antigen-Schnelltest auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 durchführen lassen. Ebenfalls sollen Besucher per Antigen-Schnelltest geprüft werden. Die Leitung der Einrichtung oder die von ihr beauftragten beschäftigten Personen sollen die Tests durchführen.

Antigentests sind sehr zeitaufwendig

Im Rahmen der Videokonferenz des Kreisgesundheitsamtes habe sich jedoch herauskristallisiert, dass die Pflegeheime in der Umsetzung der Test-Verordnung und den damit verbundenen Antigentests vor große Schwierigkeiten gestellt sind. Es wurden neben dem zeitlichen Faktor von allen Teilnehmern die nicht vorhandenen personellen Ressourcen als größte Hürde angeführt. Darum sehen die Pflegeheime sich vielfach einfach nicht in der Lage, diese Vorgaben ordnungsgemäß zu erfüllen.

Ein Antigen-Test benötigt bis zur Auswertung mindestens 30 Minuten. Hinzu kommt, dass die Sensitivität der Antigenteste verglichen mit der PCR-Testung schlechter ist. Diese ist um ein Vielfaches empfindlicher und stellt für die Heime eine erheblich geringere Zeitbelastung dar, da die Analyse im Labor erfolgt. „Bei Antigen-Schnelltests wurden zuletzt bedauerlicherweise gehäuft falsch negative Befunde beobachtet, die dann zu einer falschen Sicherheit führten“, so der Landkreis. „Insbesondere in der Anfangs- und Spätphase der Erkrankungen werden Infektionen offenbar nicht angezeigt“, so Galeotti.  

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