Landesliga- und Kreisliga-Mannschaft mit gemeinsamem Trainingsauftakt

Abendappell im Krandel: Zwei Mannschaften, aber ein Team

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Rückkehrer Sascha Abraham (l.) stellte sich wie alle Neuzugänge seinen neuen Fußball-Kollegen vom VfL Wildeshausen vor.

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Abendappell im Krandel. Normalerweise lässt Marcel Bragula ja so gut wie nie seinen Hauptberuf bei der Bundeswehr raushängen. Doch das vom Trainer des VfL Wildeshausen angeordnete Antreten in Vierer-Reihen auf der Aschenbahn des Krandelstadions erinnerte schon ein wenig an alte Grundausbildungs-Zeiten. Anders hätten Bragula und Zweitherren-Coach Arend Arends aber vielleicht keine Ruhe in die große Truppe gebracht. Denn vor ihnen formierten sich zum gemeinsamen Trainingsauftakt von Landesliga- und Kreisliga-Team mehr als 40 Fußballer. Und ihre „Bosse“ wollten die Gemeinsamkeit, das Miteinander beider Kader; unterstreichen.

„Vor uns stehen nicht zwei getrennte Mannschaften, sondern wir alle sind ein Team“. unterstrich Bragula: „Ohne unsere U  23 wären wir mit der Ersten vielleicht aus der Landesliga abgestiegen. Und ohne die Erste wäre die U 23 in der Kreisliga vielleicht nicht so erfolgreich gewesen.“ Allen, die ihm zuhörten, versprach er ein faires Auswahlverfahren: „Im Moment haben wir 51 Spieler auf dem Zettel, wir planen aber mit 21 bis 23 Mann pro Kader. Am Ende der Vorbereitung werden wir also noch 42 bis 46 Leute haben“, verdeutlichte der VfL-Coach. Wer am Ende dort keine Berücksichtigung fände, dürfe dies nicht als Herabstufung auffassen: „Wir haben eine gut geführte Dritte, und wichtig ist, dass zu Saisonbeginn jeder auf dem Acker stehen kann.“

Zuvor hatte sich VfL-Abteilungsleiter Ottmar Jöckel an die Kicker gewandt: „Danke für die richtig saubere Leistung beider Mannschaften in der abgelaufenen Saison“, rief er ihnen zu: Da der VfL für Einigkeit, Kollegialität und Zusammenhalt bekannt sei, forderte er die Etablierten auf: „Begrüßt unsere Neulinge und bindet sie ein.“

Einige Neulinge sind so neu aber gar nicht. Etwa Sascha Abraham, der den VfL Wildeshausen im Sommer 2011 in Richtung Heidmühler FC verlassen hatte. Über den SV Wilhelmshaven, TSV Oldenburg und den TuS Emstekerfeld kehrte der 26-Jährige jetzt heim. „Es ist schön, wieder hier zu sein“, gestand der Offensivspieler, der zuletzt lange ausgefallen war. „In den letzten acht Monaten konnte ich wegen eines Knorpelschadens nichts machen, aber ich will so schnell wie möglich wieder angreifen.“

Ähnlich freute sich Philipp Stangneth über seine Rückkehr. Von 2012 bis 2014 hatte er das VfL-Trikot getragen. „Jetzt bin ich 31, aber wenn Claudio Pizarro noch bei Werder verlängert, habe ich gesagt, dass ich auch mindestens eine Saison dranhänge“, scherzte Stangneth.

Auch Torwart Maik Backhus, die Mittelfeldakteure Pascal Dier, Marcel Fiedler und Sefian Suleiman sowie Stürmer Cengiz Orhan kennen die Stammgäste im Krandel bereits – sie kommen aus der eigenen A-Jugend und sind erstmal für Arends’ Zweitherren-Team vorgesehen. Das gilt auch für Oliver Kiefer von der SG DHI Harpstedt, Hendrik Nienaber vom FC Colnrade und Dennis Weitner vom TSV Ganderkesee. „Ich möchte mich in der Zweiten etablieren“, erklärte Nienaber. Auch Fiedler meinte: „Ich habe Bock auf die U 23 – und will helfen, dass sie eine ähnlich gute Saison wie die letzte spielt.“

Neben Keeper Weitner stieß Frederik Dittmar aus Ganderkesee zu den Kreisstädtern – mit erst 17 Jahren der jüngste Neuzugang. „Sven hat mich mit hierher geschleppt“, verriet der Mittelfeld-Youngster grinsend mit Blick auf Sven Apostel, der vom Bezirksliga-Absteiger Ganderkesee kam und als spielener Co-Trainer des Landesligisten vorgesehen ist.

Christoph Cebulla startete am Donnerstagabend ebenfalls mit Vorfreude: „Ich bin froh, hier zu sein“, unterstrich der Außenspieler vom VfB Oldenburg II.

Hinzu kamen noch zwei kurzfristige Neuzugänge: Der 22-jährige Mittelfeld-Renner Renee Mohrmann aus Twistringen war zuletzt beim BSV Rehden II in der Bezirksliga aktiv, Flügelspieler James Saah Josiah stürmte zuletzt bei Bezirksligist TuSG Ritterhude. Beide kamen aus freien Stücken in den Krandel, von ihnen konnte sich Bragula also noch kein Bild machen. Erste Eindrücke verschafften sich er und Apostel am Donnerstagabend – während der Trainingsspiele auf dem Nebenplatz und beim mehr oder weniger beliebten 3 000-Meter-Lauf zum Ermitteln der Kondition. „Wer unter elf Minuten braucht, ist eine Maschine“, skizzierte Bragula vorab: „Wer unter zwölf Minuten braucht, ist fit. Wer unter 13 Minuten schafft, ist gut, und wer darüber liegt, hat in den kommenden Wochen noch was vor.“

Sven Flachsenberger, die Brüder Kevin und Andreas Kari, Jan Lehmkuhl und der 39-jährige Apostel mussten sich diese Drohung nicht zu Herzen nehmen: Sie spulten die siebeneinhalb Stadionrunden in weniger als 10:30 Minuten herunter. Respekt!

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