Thema „inklusive Bildung“

Zwei Inklusionspreise für Wildeshausen

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Ausgezeichnet: Die Preisträger, Laudatoren und Redner des Inklusionspreises des Landkreises zum Ende der Feierstunde in Wildeshausen.

Wildeshausen/Hohenfelde – Eigentlich hätten alle 18 Bewerber einen Preis für ihr herausragendes Engagement verdient – das haben am Freitagabend alle Redner im Kreishaus unterstrichen. Doch es war nur drei Einrichtungen vergönnt, einen der Inklusionspreise des Landkreises Oldenburg mit nach Hause zu nehmen: Das waren neben der Grundschule Hohenfelde, die Hunteschule Wildeshausen und die Kindertagesstätte „Farbenfroh“, ebenfalls aus der Kreisstadt. Im dritten Jahr dieser Auszeichnung hatten die Juroren aus Kreistag und Behindertenbeirat erstmals einen Schwerpunkt vorgegeben: inklusive Bildung.

„Inklusion ist nie beendet, sie ist ein fortwährender Prozess“, sagte Landrat Carsten Harings zu Beginn der Veranstaltung. Sie sei wichtig für alle, bedeute sie doch, Vielfalt zu leben und Teilhabe zu ermöglichen. Dies sei nur ohne Ausgrenzung möglich. „Das können wir nur gemeinsam erreichen“, so Harings. Es sei schwer gewesen, nur drei von 18 Bewerbungen auszuwählen, gestand der Vorsitzende des Kreissozialausschusses, Hilko Finke. Doch stünde dieses Trio stellvertretend für alle Einreichungen, die gleichermaßen großes Lob verdienten: „Inklusion ist nicht nur ein Wort, sie wird in vielfältiger Form gelebt.“ Heidelis Iden vom Behindertenbeirat schloss sich ihren Vorrednern inhaltlich an. Sie warb insbesondere dafür, dass Unternehmen Menschen mit anderen, auch besonderen Fähigkeiten eine berufliche Chance geben. Denn solche gebe es gleichermaßen bei Menschen mit und ohne Behinderung. „Ich habe mich jeden Tag gefreut, wenn eine neue Bewerbung hereingekommen ist“, sagte die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Rita Rockel. Doch was bedeutet eigentlich Bildung, fragte sie. Diese sei der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe, antwortete die Gastgeberin. Sie öffne Türen und schaffe Anerkennung. Von inklusiver Bildung profitieren alle Beteiligten, befand sie – und im Landkreis gehöre sie oft zum Alltag.

So wie in der kleinen Grundschule mit ihren 60 Schülern in Hohenfelde, verdeutlichte Laudatorin Kreszentia Flauger. Dort hat sich das Kollegium – unter anderem – erfolgreich bemüht, einen hochbegabten Jungen aufzunehmen. Ohne das mühevolle Engagement der Lehrer wäre es nicht möglich gewesen, dass er wie alle anderen Kinder hätte zur Schule gehen können. Das sei „beispielgebende Inklusionsarbeit“, lobte Flauger, die Schule habe den Preis „wirklich verdient“.

Dagmar Grössler-Romann (r.) und ihr Mann Ralf Grössler (Klavier und Gesang) bereicherten die kleine Feierstunde musikalisch. Zusammen mit Mädchen der Singschule der evangelischen Kirche Wildeshausen sangen sie Lieder, bei denen auch das Publikum mitmachen durfte.

Wolfgang Sasse hielt die Lobrede auf die Hunteschule Wildeshausen, die den Integrationspreis für ihre „AG Ehrenamt“ erhielt. Jugendliche der achten Klasse der Förderschule wirkten einmal die Woche in ihrer Freizeit an sozialen Einrichtungen in der Kreisstadt mit, etwa der Tafel, dem Mehrgenerationenhaus oder der Kleiderkammer. Das sei eine „großartige Initiative“, befand Sasse. Sie habe es den Schülern ermöglicht, Erfahrungen zu sammeln, Spaß zu haben und vor allem, sich zu entwickeln.

Die heilpädagogische Kita „Farbenfroh“ erhielt den Preis für gelebte „Diversität im Mitarbeiterteam“. Die Einrichtung hatte einer jungen Frau der Delmewerkstätten nach einem Praktikum ab dem Frühjahr eine Vollzeitstelle zur Verfügung gestellt. Sie sei von allen „schnell ins Herz geschlossen worden“, sagte Laudator Finke und lobte das „offene und bejahende Team“ von „Farbenfroh“.

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