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Zwei Demos in der Wildeshauser Innenstadt

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Von: Ove Bornholt

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Die Teilnehmer der „Nachdenken statt Querdenken“-Demo hörten eine Rede von Olaf Sasse (Mitte) vom Deutschen Gewerkschaftsbund zum Krieg in der Ukraine
Die Teilnehmer der „Nachdenken statt Querdenken“-Demo hörten eine Rede von Olaf Sasse (Mitte) vom Deutschen Gewerkschaftsbund zum Krieg in der Ukraine © bor

Die Kritiker der Corona-Maßnahmen und das Bündnis „Nachdenken statt Querdenken“ haben am Montagabend in der Wildeshauser Innenstadt demonstriert.

Dabei ging es auch um den Krieg in der Ukraine. Gegen 18 Uhr versammelten sich rund 50 Personen auf dem Marktplatz vorm Stadthaus, um gegen „Querdenker“ zu protestieren. Im Vorfeld seien Störungen angekündigt worden, sagte Redner Ralf Beduhn. Bis auf einige Zwischenrufe einer anderen Gruppe, die etwas abseits auf dem Marktplatz stand, blieb es jedoch ruhig.

Beduhn reichte das Mikrofon weiter an Olaf Sasse vom Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Er betonte seine Solidarität gegenüber den Ukrainern, aber auch in Bezug auf die Russen, die gegen den Krieg demonstrieren. Nun gelte es, Wohnraum für ukrainische Flüchtlinge in Deutschland bereitzustellen. Sasse forderte ein Ende der Kampfhandlungen und befürwortete die „scharfen Wirtschaftssanktionen“. Die Aufrüstung der Bundeswehr mit einem jährlichen Anteil von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts begleite er jedoch kritisch.

Solidarität mit Brock und Kuraschinski

Beduhn lenkte den Fokus wieder auf lokale Themen. „Im Vergleich zum Krieg in der Ukraine wirkt der Konflikt hier in Wildeshausen gering“, bezog er sich auf die Kritik der AfD an Bürgermeister Jens Kuraschinski und Pfarrer Ludger Brock (wir berichteten). Beide hatten die „Wildeshauser Erklärung“ unterzeichnet. Das Bündnis „Micou“ (Mit Courage gegen Rechts) sei „mit aller Entschiedenheit solidarisch“ mit den Kritisierten, erklärte Beduhn.

Anschließend stand eine szenische Lesung mit Woldemar Schillberg und Kreszentia Flauger auf dem Programm. Die beiden schlüpften in die Rollen von „Andreas Schuldhoff“ und „Clara Denker“. Sie nahmen beispielhaft Positionen in der Debatte zwischen „Querdenkern“ und ihren Gegnern ein. So sprach „Schuldhoff“ von „Giftspritzen“ und bemängelte eine gelenkte Berichterstattung in den Medien. „Denker“ hielt mit Fakten dagegen. „Schuldhoff“ habe „keine Ahnung, aber eine Meinung“, sagte sie.

Von der VR Bank aus zogen rund 75 Kritiker der Corona-Maßnahmen durch die Innenstadt
Von der VR Bank aus zogen rund 75 Kritiker der Corona-Maßnahmen durch die Innenstadt © bor

Währenddessen hatten sich die Kritiker der Corona-Maßnahmen vor der VR Bank versammelt. Von dort aus zogen rund 70 Personen mit Spruchbändern und Musik durch die Innenstadt. Beide Demonstrationen wurden von der Polizei begleitet, die die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollierte. Beim Zug durch die Innenstadt „konnten zwei Verstöße gegen die Maskentragepflicht festgestellt werden“, so die Beamten.

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