Zwei Busse mit Flüchtlingen kommen an/Unterkunft in der Widukind-Halle

„Merhaba Wildeshausen“

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Nachdem Kreisrat Christian Wolf und Dolmetscher die Flüchtlinge begrüßt hatten, führten Kreis-Mitarbeiter und Malteser die Neuankömmlinge zur Registrierung und medizinischen Untersuchung in den Musiktrakt des Gymnasiums Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Überraschend war die Ankunft der Flüchtlinge nicht, mit dem frühen Zeitpunkt hatten die Helfer jedoch nicht gerechnet.

In zwei Bussen erreichten am Montagmorgen gegen 10.30 Uhr rund 100 Flüchtlinge Wildeshausen. Mitarbeiter des Landkreises registrierten die Menschen, die zum Teil sehr geschafft wirkten, im Musiktrakt des Gymnasiums. Und nach einer medizinischen Untersuchung sollten die Neuankömmlinge in ihre Notunterkunft – die Widukind-Halle – gebracht werden.

Saßen im ersten Bus noch viele Frauen – einige davon mit Babys auf dem Arm –, stiegen aus dem zweiten Bus bis auf ein kleines Mädchen nur zumeist junge Männer aus. Kreisrat Christian Wolf begrüßte alle Flüchtlinge: „You are welcome and you are safe. We are glad that you are here.“ Dolmetscher übersetzten das Gesagte ins Arabische und die persische Sprache Farsi. „Merhaba Wildeshausen“, begrüßten die freiwilligen Übersetzer die Flüchtlinge. Das arabisch-türkische Wort Merhaba heißt soviel wie „Hallo“ oder „Guten Tag“.

Eigentlich war die Ankunft der Busse vom Bahnhof in Elze (Landkreis Hildesheim) erst für den Nachmittag angekündigt. Aber kurzfristig hieß es, die Busse seien unterwegs und kämen gegen 10 Uhr an. Die Malteser, die die Unterbringung in der Widukind-Halle und das Drumherum der Registrierung organisierten, gerieten daraufhin ins Rotieren. Sie mobilisierten viele Helfer – teilweise direkt vom Arbeitsplatz. Im Malteser-Einsatzleitwagen von Roman Kaminski klingelten ständig die Telefone, eine Traube von Maltesern, Feuerwehrleuten und Landkreis-Mitarbeitern stand vor der offenen Schiebetür des Busses, und Kaminski kümmerte sich um alles, von Babyflaschen bis zu Medikamenten.

Flüchtlinge am Gymnasium Wildeshausen angekommen - Montag

In Elze enden einige Züge mit Flüchtlingen. Für diese Menschen ist Wildeshausen die erste richtige und zumindest erst einmal vorübergehende Unterkunft in Deutschland. „Man weiß nicht, wie traumatisiert diese Menschen sind“, sagte Kreis-Sprecher Oliver Galeotti.

Unter den Flüchtlingen im zweiten Bus waren auch ein rund 50-jähriger Syrer und seine etwa zwölf Jahre alte Tochter. Die anderen rund 50 Asylbewerber bildeten lose Grüppchen auf dem Schulhof des Gymnasiums und diskutierten darüber, ob sie hier bleiben oder – auf welche Weise auch immer – weiterreisen sollten.

Flüchtlinge in Wildeshauser Gymnasiumshalle untergebracht

Den knapp 1,70 Meter großen 50-Jährigen mit grauen Haaren und einer Halbglatze interessierte das wenig. Er wartete geduldig, bis es zur Registrierung in den Musiktrakt ging. Seine Tochter pustete derweil einen gelben Ballon auf und spielte ihn einem Malteser zu, der ein paar „Ballwechsel“ mitmachte. Dann sollten die Flüchtlinge zum Musiktrakt gehen. Wie selbstverständlich schulterte das kleine Mädchen, das eine blaue Kappe mit Superman-Logo trug, einen Wäschesack mit griechischer Schrift sowie eine Umhängetasche und folgte seinem Vater, der die Schlafsäcke trug, zum Musiktrakt. Willkommen in Wildeshausen.

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