Tierschutzgruppe hilft, sieht aber Stadt und Heim in der Pflicht

Wer ist zuständig für trächtige, scheue Katzen?

Wer für herumstreunende Katzen zuständig ist, lässt sich offenbar nicht immer eindeutig klären. SYMBOLFoto: dpa

Wildeshausen – Das Schicksal einer etwa zweijährigen, trächtigen und scheuen Katze beschäftigte in den vergangenen Tagen nicht nur eine Wildeshauser Bürgerin am Ginsterweg, sondern auch das Ordnungsamt der Stadt Wildeshausen, das Tierheim in Bergedorf sowie die Tierschutzgruppe Oldenburg Land. Wie so oft stellte sich dabei die Frage nach der Zuständigkeit – wobei am Ende die ehrenamtlichen Tierschützer uneigennützig und konsequent handelten, das Tier fingen und dafür sorgten, dass die Katze in den kommenden Tagen in der Obhut einer Tierfreundin ihre Jungen bekommen kann. Das Weibchen wird mittlerweile „Luzi“ genannt.

Die Wildeshauser Bürgerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, hatte die scheue schwarze Katze einige Tage lang beobachtet und sich um sie gesorgt. Sie rief nach eigenen Angaben schließlich bei der Tierschutzgruppe an, die sie jedoch zunächst darauf hinwies, dass die Stadt für Fundtiere zuständig sei. „Das Ordnungsamt hat mich jedoch gleich an das Tierheim in Bergedorf verwiesen“, so die Frau. Dort habe sie allerdings auch keinen Erfolg gehabt. Die Auskunft habe gelautet, man sei für wilde Katzen nicht zuständig. Deshalb habe sie sich wieder an die Tierschutzgruppe gewandt, die ihr dann weitergeholfen habe.

Thomas Eilers, Vertreter des Wildeshauser Bürgermeisters, bestätigte, dass man die Frau an das Tierheim in Bergedorf verwiesen habe. „Das ist bisher immer ein verlässlicher Partner für uns gewesen“, erklärte er. Ob die Einrichtung in diesem Fall hätte handeln müssen, könne er so nicht beurteilen. Man müsse es gegebenenfalls prüfen.

Der Leiter des Tierheims in Bergedorf, Mark Ungnade, konnte sich an den Anruf der Frau gut erinnern. „Wir haben sie mehrfach gefragt, ob es sich um eine scheue Katze handelt“, berichtete er. „Die Frau hat uns mitgeteilt, dass es sich um eine verwilderte Hauskatze handelt.“ Dann, so Ungnade, sei das Tierheim zunächst nicht zuständig. „Wir möchten die Vierbeiner auch nicht so schnell aus dem gewohnten Bereich herausnehme“, betonte er. Er habe die Wildeshauserin darum gebeten, den Zustand der Katze zu beobachten und sie vielleicht ins Haus zu locken. „Wir wären dann gekommen und hätten geprüft, ob sie registriert ist“, so Ungnade. „Wenn sich ihr Zustand verschlechtert hätte, hätten wir sie auf jeden Fall auch mitgenommen.“ Derzeit nehme das Tierheim rund 40 Katzen pro Jahr aus Wildeshausen an.

Für Edith Kaminski von der Tierschutzgruppe ist das Verhalten des privaten Tierheimbetreibers nicht akzeptabel. Sie sagt deutlich, dass es keine „verwilderten Katzen“ gibt. „Diese sind Haustiere und können deshalb nicht verwildern“, betont sie. Es handele sich um „zurückgefallene Hauskatzen“. Zudem sei Ungnade verpflichtet gewesen, im Rahmen der Fundtierverträge und im Auftrag der Stadt die Katze abzuholen. „Sie brauchte Hilfe“, bekräftigte sie.

Nachdem das Tier in der Lebendfalle gefangen worden war, wurde es zum Arzt gebracht. Der stellte fest, dass das Tier tragend und derzeit nicht kastrierbar ist. „Deshalb bleibt es jetzt im Tierschutz, wo es die Jungen bekommen kann“, so Kaminski. Später werde die Katze kastriert und in das Wohngebiet zurückgebracht, wo sie von den Bürgern weiterversorgt werde.  dr

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