Zuschauer-Ideen bringen Schauspieler auf absurd-witzige Festtagsszenen

Weihnachtliches Impro-Theater in Hochform

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Nicole Erichsen und Gunter Lösel alias „Frau Zartbitter“ und „Herr Edelherb“ liefen unterstützt von Bettina Fischer, die am Keyboard improvisierte, auf der Bühne des LiLi-Servicekinos zur Hochform auf.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Die Weihnachtszeit ist die Hochsaison der Romantik. Das finden auch „Frau Zartbitter“ und „Herr Edelherb“ alias Nicole Erichsen und Gunter Lösel vom Bremer Improtheater „Stupid Lovers“. Doch mit ihrem neuen Weihnachtsprogramm „Zartbitter & Edelherb unterm Tannenbaum“ boten die Schauspieler, unterstützt von Bettina Fischer am Keyboard, am Sonntagabend den Zuschauern im Wildeshauser Lili-Servicekino einige witzig-bissige Perspektivwechsel an.

Es wurde Improvisationstheater gezeigt, das vor Absurdität und Lachangriffen nur so sprühte – und in dem gleichzeitig jede Menge Wahrheit und Menschlichkeit steckte, sodass auch die absurdeste und komischste Situation zum Spiegelbild wurde, in dem sich die Zuschauer wiederfanden.

Schließlich stammten die Geschichten, die Erichsen und Lösel in lebhaftem Spiel erdachten, ja auch aus Leben und Alltag der Zuschauer. Zugerufene Stichworte und Ideen aus den lockeren Publikumsgesprächen, die allen Szenen vorausgingen, verwandelten die Schauspieler spontan in kurze Theaterstücke und zogen dabei die ganze Palette der Genres vom Stapel.

Aus einem Fleck in der Bluse schufen „Zartbitter“ und „Edelherb“ gleich eine ganze Oper, ein kaputtes Fernsehgerät lieferte in Kombination mit einem menschlichen Fuß, der darin gefunden wurde, spannenden Krimistoff, und eine Schlange in einer Tierarztpraxis durchlief mit viel Liebe und Fantasie erst eine horrormäßige und dann eine märchenhafte Verwandlung.

Als Inspirationsquelle diente den Schauspielern unter anderem die Zuschauerin Magdalena. Sie konnte sich nicht nur auf die Frage melden, wer dieses Jahr einen neuen Job angenommen hatte. Sie konnte auch gleich verkünden, zusammen mit ihrer neuen Chefin – einer Tierärztin – ins Theater gekommen zu sein, was die Schauspieler zu interessanten Szenen in der Tierarztpraxis animierte.

Was darf an Weihnachten auf keinen Fall passieren? Was gehört zu einem gelungenen Fest? Und welches kleine Alltagsproblem könnte am Festtag zur ausgewachsenen Katastrophe werden? Mit solchen Fragen löcherten Erichsen und Lösel ihr Publikum.

Dann spielten sie den perfekt-romantischen Festtag und zogen alle Register – vom flackernden Kaminfeuer, über den verschlissenen Kordanzug und die pünktliche Lieferung der Schneeagentur bis hin zu dem mit unterschiedlichem Enthusiasmus aufgenommenen obligatorischen Besuch der Schwiegermutter. Vom perfekten Weihnachten konnten die Zuschauer fast nicht genug bekommen – bis sie es zur Erleichterung der Schauspieler doch nicht mehr länger ertrugen und vor Lachen kreischend „Aufhören“ schrien.

Die Schwiegermutter erwachte jedoch auch in der Oper noch einmal zum Leben und kleidete sich zum Weihnachtsfest mit opernmäßiger Begeisterung und Sorgfalt in ihre Lieblingsbluse ein. Überpünktlich erschien sodann der Schwiegersohn auf der Opern-Bildfläche, dessen Hotdog jedoch ausgerechnet auf der geliebten Bluse landete. Nach dem furiosen Rausschmiss durch seine Schwiegermutter wähnte sich der Jüngling schon fröhlich in Freiheit, doch die Fleckenkatastrophe endete schließlich in einem Weihnachtsmord.

Einen solchen versuchte auch „Inspector Barnaby“ aufzuklären, in den sich Lösel auf Wunsch einer Zuschauerin verwandelte. Seine Gehilfin schien jedoch mehr daran interessiert, ihm seine Frau auszureden, als die Fakten zum Fall schriftlich festzuhalten, weshalb „Barnaby“ sich bald selbst in Handschellen wiederfand.

Erichsen und Lösel bewiesen jedenfalls ein für alle Mal, dass an Weihnachten und im Spontantheater nichts unmöglich ist, und dass das Leben selbst, unterstützt von einer Prise Fantasie und einer Portion Schauspieltalent, die schönsten, lustigsten und absurdesten Geschichten schreibt.

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