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Zusätzliche halbe Stelle für Integration in Wildeshausen geplant

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Von: Ove Bornholt

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Integration durch Sprache: Deutschkurse sollen den Geflüchteten Menschen aus der Ukraine helfen, Fuß zu fassen.
Integration in der Schule: Das Land soll die Finanzierung der Schulsozialarbeiter in Wildeshausen komplett übernehmen, fordert die Politik. © Sven Hoppe

Die ersten drei Maßnahmen aus dem neuen Integrationskonzept der Stadt Wildeshausen wurden vorgeschlagen. Es soll etwas mehr Personal geben.


Wildeshausen – Das Integrationskonzept der Stadt Wildeshausen wurde vom Rat im Mai erst nach einer intensiven Diskussion verabschiedet – in einer abgeschwächten Variante im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag. Nun ging es im Sozialausschuss darum, welche Maßnahmen zuerst umgesetzt werden. Der Ausschuss empfahl letztlich einstimmig folgende Schritte:

„Es ist nicht damit getan, dass wir das Konzept aufgeschrieben haben, sondern es muss jemand am Ball bleiben“, warb die städtische Integrationsfachkraft Michaela Kurwinkel um Zustimmung. Direkt vor der Sitzung hatte die Steuerungsgruppe für das Integrationskonzept getagt. Zwar werde die neue halbe Stelle finanzpolitisch teilweise kritisch gesehen, aber man könne ja Wünsche haben, berichtete Kurwinkel von dem Treffen. „Ob man das dann tatsächlich im Haushalt abbilden kann, muss der Rat entscheiden“, ergänzte Kämmerer Thomas Eilers.

Haushaltsberatungen könnten schwierig werden

„Wir werden echte Probleme haben, den Ergebnishaushalt auszugleichen“, gab Bodo Bode („Pro Wildeshausen“) zu bedenken. Mehr Personal müsse an anderer Stelle kompensiert werden – durch das Streichen oder Nichtbesetzen von Stellen. Trotzdem halte er an der personellen Verstärkung der Integrationsarbeit fest.

Für Kreszentia Flauger (Linke) wäre sogar mehr möglich gewesen. „Das ist die Grundlage für die Umsetzung weiterer Maßnahmen. Ich hätte mir mehr als eine halbe Stelle gewünscht. Bei ganz vielen Punkten im Konzept besteht Klärungsbedarf. Und das wird nicht nebenbei gehen.“ Davon abgesehen wisse jeder, dass „Geestland der Hauptverursacher des Problems“ ist. Die drei Vorschläge seien aber ein „tragfähiger Kompromiss“.

„Integration ist keine freiwillige Leistung, sondern ein elementarer Bereich“, stand für Majken Hjortskov (Grüne) fest. Die Maßnahmen befürworte sie grundsätzlich, trotz der schwierigen Haushaltslage. „Wir werden Lösungen finden, auch wenn wir den Stellenplan beschneiden müssen“, setzte sie Prioritäten.

Amazon-Ansiedlung könnte mehr Zuwanderung bringen

„Die Koordinatoren-Stelle braucht man einfach, um unterschiedliche Themen zu bündeln“, sagte Wolfgang Däubler (UWG). Natürlich müsse man die Finanzierung klären. Es lebten jetzt schon viele Zugewanderte in der Stadt, mit der Amazon-Ansiedlung in Ahlhorn würden es wahrscheinlich mehr werden. „Wir dürfen keine Abstriche machen.“

„Eine halbe Stelle zu schaffen, muss bei unserer Finanzsituation sehr genau bedacht werden“, mahnte Wolfgang Sasse (CDU). Seine Partei habe aus zeitlichen Gründen niemand in die 16-Uhr-Sitzung der Steuerungsgruppe schicken können. Er beantragte, dass die Entscheidung über die Maßnahmen im Rat fallen soll und nicht im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss – dafür gab es eine Mehrheit.

Frank Voigt (AfD) betonte: „Integration ist für mich sehr wichtig.“ Das gelte auch für Mädchen und Jungen, die im Kindergarten und der Schule Deutsch lernen, das sei eine „Hundsarbeit für die Erzieher“.

Geestland wird nicht mehr namentlich genannt

Im Mai war scharf kritisiert worden, dass die Putenschlachterei Geestland an der Düngstruper Straße namentlich genannt wurde. Erst nach der Streichung gab es eine Mehrheit für das Integrationskonzept. „Es irritiert mich schon, dass wir Probleme nicht mehr beim Namen nennen dürfen. Aber wir sollten jetzt zustimmen, damit wir weiterkommen. Schließlich kennen alle den Namen“, argumentierte Thomas Harms (SPD).

„Ich weiß gar nicht, warum hier schon wieder irgendwelche Fronten aufgebaut werden. Wir sind uns doch einig, dass ein Integrationskonzept eine gute Sache für Wildeshausen ist“, meinte Jens-Peter Hennken (CDW). Trotzdem könne seine Fraktion nicht zustimmen – die Steuerungsgruppe habe erst kurz vor der Sitzung des Sozialausschusses getagt, er habe noch keine Rücksprache mit den anderen Mitgliedern halten können. Hennken enthielt sich als einziges Ausschussmitglied.

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