Landkreis Oldenburg ist vorbereitet für Gesundheitsvorsorge gegen Corona

Zuerst impfen die mobilen Teams

Ralph Meyer, Georg Rehaag, Torsten Stuhr, Leonhard Hamschmidt, Frank Flake und Roman Kaminski stehen vor dem neuen Impfzentrum.
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Vor dem neuen Impfzentrum: Ralph Meyer, Georg Rehaag, Torsten Stuhr, Leonhard Hamschmidt, Frank Flake und Roman Kaminski (v.l.).

Das neue Impfzentrum in Wildeshausen ist fertig eingerichtet. Landkreis Oldenburg und Malteser stellten vor, wie es bald betrieben werden soll.

  • In wenigen Tagen wurde eine Alt-Immobilie am Westring zum Impfzentrum umgebaut.
  • Zunächst sind mobile Impf-Teams in den Seniorenheimen unterwegs.
  • Bei voller Auslastung können 500 Menschen täglich im Zentrum geimpft werden.

Wildeshausen – „Wir sind betriebsbereit“, vermeldeten Ralph Meyer (Leiter des Malteser-Impfzentrums Wildeshausen), Torsten Stuhr (Bauordnungsamt des Landkreises Oldenburg) sowie Dr. Leonhard Hamschmidt (Ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes) am Mittwoch vor dem umgebauten Gebäude eines ehemaligen Elektrofachmarktes am Wildeshauser Westring. In einem Kraftakt hatten zahlreiche Handwerker sowie die Malteser den Markt präpariert, dass dort bei voller Auslastung etwa 500 Personen täglich gegen den Coronavirus geimpft werden können.

Ein mobiles Team schafft bis zu 50 Patienten am Tag

Derzeit fehlt bekanntermaßen noch der Impfstoff. Und zunächst dürfte dieser, wenn er verfügbar ist, von bis zu fünf mobilen Teams an Risikogruppen in Alten- und Pflegeheimen gespritzt werden. „Ein Team schafft im optimalen Fall etwa 50 Personen am Tag“, erklärt Frank Flake, Bereichsleiter Notfallvorsorge bei den Maltesern.

Im Impfzentrum erfolgt der Start zunächst nur mit einer Straße. Hier werden die extrem tiefgekühlten Seren mehrmals die Woche per Kurier angeliefert, verteilt und möglichst schnell verabreicht. „An sechs Tagen jeweils von 8 bis 17 Uhr“, berichtet Flake.

Später gibt es Impfungen beim Arzt

Klar ist, dass im Impfzentrum nur ein geringer Teil der Landkreisbewohner versorgt werden kann. Die Patienten der Risikogruppen sollen sich – wenn dazu im neuen Jahr aufgerufen wird – telefonisch oder im Internet melden. Die Terminzuteilung geschieht dann über das Land Niedersachsen. Später können sich Patienten bei ihrem Hausarzt impfen lassen. „Aber erst, wenn die nächste Generation von Impfstoffen zugelassen wird“, sagt Hamschmidt. Der Arzt rechnet damit, dass die Seren, die lediglich im einfachen Kühlschrank aufbewahrt werden müssen, frühestens in drei Monaten zugelassen werden.

Hinter den Maltesern sowie den Helfern des Technischen Hilfswerkes, der Johanniter und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft liegen anstrengende Tage. „Wir haben praktisch durchgearbeitet“, berichtet Georg Rehaag, Wachenleiter der Malteser in Wildeshausen. Die Erstellung des Impfzentrums sei nur möglich gewesen, weil alle am Rande ihrer Leistungsfähigkeit tätig gewesen seien. Nun müssten noch Restarbeiten und die Installation der Datenverarbeitung erledigt werden. Ein Wachdienst ist zudem ab jetzt rund um die Uhr im und vor dem Gebäude präsent.

Vor 18 Jahren Vorbereitungen für Pockenimpfungen

An eine ähnlich herausfordernde Lage kann sich Hamschmidt allerdings trotz der jetzt herrschenden Pandemie erinnern. „Vor 18 Jahren mussten wir ein Zentrum für Pockenimpfungen planen“, berichtet er. Das sei damals noch dringlicher gewesen, weil die Sterberate der Infizierten mit 20 Prozent veranschlagt werde.

„Wir hätten 5 000 Menschen am Tag impfen können“, erzählt er. Unter dem Eindruck des bevorstehenden Irakkriegs und der Terroranschläge vom 11. September 2001 hatte die Bundesrepublik Deutschland damals der Firma Bavarian Nordic den Auftrag gegeben, für jeden Einwohner Deutschlands etwas mehr als eine Impfdosis auf Vorrat zu produzieren.

Umfangreich geimpft wurde in Wildeshausen auch im Jahr 2015, als viele Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak in die Kreisstadt kamen und in zwei großen Sporthallen untergebracht waren. „Rund 1 000 Menschen haben wir damals mit den Grundimpfstoffen versorgt“, berichtete Hamschmidt. „Manchmal 100 Personen täglich.“  

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