Zivilcourage-Preis an Wildeshauser und Dötlinger Bürger vergeben

Von Menschenrettung bis zum Schutz vor einem Brand

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Auszeichnungen für Zivilcourage im Stadthaus: Jens Kuraschinski, Ralf Spille, Melanie Michaelis, Markus Voth, Elvira Tscheu sowie Marie-Madeleine und Sonja Hoffmann (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es müssen nicht die großen Heldentaten sein, mit denen Zivilcourage bewiesen werden kann. Häufiger sind es die kleinen Hilfen, mit denen Schlimmeres vermieden werden kann. Das machten Polizeioberrat Markus Voth, Leiter des Polizeikommissariats Wildeshausen, sowie Polizeioberkommissar Sebastian Nietsch, Präventionssachbearbeiter der Polizei, gestern im Stadthaus deutlich.

Erneut stand dort die Vergabe des Zivilcourage-Preises durch den Präventionsrat der Stadt an einige Mitbürger auf dem Programm. Erstmals wurden neben Wildeshausern auch Bewohner der Gemeinde Dötlingen ausgezeichnet. Neben dem Bürgermeister der Kreisstadt, Jens Kuraschinski, nahm auch Dötlingens Verwaltungschef Ralf Spille an den Ehrungen teil.

Ausgezeichnet mit einer Urkunde und einem Gutschein wurde unter anderem Melanie Michaelis aus Aschenstedt, die mit ihrem beherzten Handeln Menschenleben gerettet hat. Es war im September, als der Carport der Nachbarn in Flammen stand. Das Feuer griff schon auf das Wohnhaus über. Ohne lange zu überlegen, lief Michaelis zur Tür des Hauses, um die Nachbarn zu wecken. „Ich habe geklingelt, gerufen und sogar gegen die Tür getreten, damit sie aufwachen. Es war auch noch ein kleines Kind im Haus“, erzählte sie.

Mehr als fünf Stunden waren die Kräfte der Feuerwehren im Einsatz, um den Brand zu löschen. Es entstand ein Schaden von etwa 120000 Euro.

Für Elvira Tscheu aus Wildeshausen war es nur ein Telefonat mit der Feuerwehr – für die Stadt sicherlich die Rettung vor einem schlimmen Feuer. Sie hatte spät abends in der Weihnachtszeit bemerkt, dass in einem Raum des Stadthauses eine Kerze brannte. „Damit hat sie ganz klar ein Feuer verhindert. Einige Zeit später hätte diese Kerze sicher das Gesteck entzündet“, betonte Nietsch

Eine Auszeichnung gab es auch für Sonja Hoffmann und ihre Tochter Marie-Madeleine, die eine Katze gerettet haben. Wie berichtet hatte sie beobachtet, wie das Tier auf der Sögestraße in der Kreisstadt von einer Frau in ihr Auto gesetzt wurde. Dann war sie abgefahren. Kurzerhand verfolgte Hoffmann das niederländische Fahrzeug. Wenig später wurde sie jedoch mit einigen Täuschungsmanövern abgehängt. Aufgrund des Kennzeichens konnte die Polizei in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei sowie den Beamten aus den Niederlanden die Adresse ermitteln und die Katze nach Wildeshausen überführen.

Ihren Name nicht genannt haben möchte eine Frau aus Dötlingen, die auch auf die Ehrung verzichtet hat. Als „Frau Courage“ benannt, wurde gestern von ihrer Tat berichtet. Sie hatte beobachtet, wie sich zwei fremde Männer in der Nachbarschaft Häuser anschauten. Spontan sprach sie sie an. Als ihr gesagt wurde, dass sie ein Haus kaufen wollen, fotografierte „Frau Courage“ die beiden und ihr Auto. Nach Alarmierung stellten die Polizeibeamten fest, dass dieses Fahrzeug für Einbruchdiebstähle verwendet wurde.

„Diesen Bürgern können wir nur noch einmal unsere Dank aussprechen“, betonte Voth. Es gebe leider immer wieder viele Ausreden, warum die Menschen nicht eingreifen oder helfen: „Niemand muss Angst haben, zu helfen. Oft reichen schon kleine Taten aus, um Großes zu vollbringen.“

Nietsch betonte, dass in diesem Jahr erstmals auch Vorschläge für die Auszeichnung aus der Bevölkerung gekommen seien.

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