Statt Gildefest-Aufbau

Kühling: Zeltverleiher schaltet um in Krisenmodus – wegen Mercedes-Impfzentrum

Willkommener Großauftrag: Das Kühling-Team schuf für Tesla 3 000 Quadratmeter Lagerfläche. Jetzt brachen die Mitarbeiter ihre Zelte wieder ab.
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Willkommener Großauftrag: Das Kühling-Team schuf für Tesla 3 000 Quadratmeter Lagerfläche. Jetzt brachen die Mitarbeiter ihre Zelte wieder ab.

Event-Veranstalter Otto Kühling GmbH aus Vechta baut Riesen-Festzelts auf dem Areal des Mercedes-Benz-Werks in Bremen für Impfzentrum des Autobauers.

Wildeshausen/Vechta – Kleiner Trost für alle Fans der Pfingst-Feierei: Für das Wildeshauser Gildefest hätten die Event-Profis des Vechtaer Unternehmens Otto Kühling GmbH diesmal wohl ohnehin kaum Zeit gehabt. Denn dann, wenn sonst der Aufbau des Riesen-Festzelts auf dem Gildeplatz startet, ist das Personal auf dem Areal des Mercedes-Benz-Werks in Bremen damit beschäftigt, ein stattliches Impfzentrum für die Belegschaft des Autobauers zu errichten.

„Am 10. Mai dürfen wir loslegen, bis Himmelfahrt muss alles fertig sein“, verdeutlicht Kühling-Geschäftsführer Ludger Emken. Dabei errichten seine Mitarbeiter allerdings nicht nur die bloßen Zelte, „sondern wir schaffen auch die gesamte Infrastruktur: Wasser, Strom, Handwaschbecken, Toiletten, die Impfkabinen – wir verlegen sogar das Linoleum“, schildert der Chef von 50 Beschäftigten, die sich seit Beginn der Pandemie meist in Kurzarbeit befinden. „Dieses Virus war praktisch genau auf uns zugeschnitten – im negativen Sinn“, sagt der Macher aus der Veranstaltungsbranche und seufzt. Und er glaubt auch nicht daran, dass sich die Situation in absehbarer Zeit entspannt: „Etwas wie das Gildefest mit einem komplett eingezäunten Festzelt-Bereich, Eintrittskarten und einem entsprechenden Einlass ist aber vielleicht noch eher denkbar als eine komplett frei laufende Veranstaltung wie der Stoppelmarkt“, schätzt der Fachmann.

Mercedes-Impfzentrum in Bremen: Auf die Fahrzeugbranche ist Verlass

Nur gut für seine Firma, dass auf die Fahrzeugbranche noch Verlass ist! Nicht nur wegen des Mercedes-Impfzentrums, sondern auch mit Blick auf Elektro-Auto-Gigant Tesla. Am Rand der Brandenburger Mega-Baustelle für dessen neues Werk haben die Kühling-Kollegen Ende April buchstäblich ihre Zelte abgebrochen. Denn voriges Jahr brauchte der Konzern dringend überdachte Lagerkapazitäten – und die Vechtaer halfen. Natürlich stellten sie dort nicht ihre schöne Niedersachsenhalle auf. „Wir haben ja eigene Lagerzelte – mit fünf Metern Traufhöhe und einer Fläche von 20 mal sechs Metern“, erklärt Emken. Insgesamt entstanden so mobile Hallen mit einer Nutzfläche von 3 000 Quadratmetern, die nun ihren Dienst für Tesla geleistet haben. Und dies sogar weitgehend unbeschadet. „Natürlich kommt es vor, dass der eine andere mal mit dem Gabelstapler aneckt – aber das war alles geringfügig“, fasst Emken zusammen.

Hallen für Tesla: Arbeit auf der Baustelle in Brandenburg

Doch wie kam der Kontakt zu diesem US-Konzern überhaupt zustande? „Das ging zurück auf ein Betriebsfest, das wir mal für Zech Bau in Bremen ausgerichtet haben“, berichtet Emken. Als nun in Brandenburg die Frage nach großen überdachten Kapazitäten aufkam, erinnerte sich jemand aus einer Düsseldorfer Zech-Partnerfirma an die Südoldenburger.

So legten die Kühling-Trupps auf der nicht ganz unumstrittenen Baustelle in Brandenburg los. „Über den Sinn und Unsinn des Ganzen mag man streiten – aber was da entstanden ist, ist phänomenal“, schwärmt Emken.

Nun ist das Projekt für seine Profis beendet, doch das nächste folgte schnell: Unmittelbar danach bauten Kühlings Experten auf dem Gelände einer Shell-Niederlassung in Duisburg Teile des Equipments wieder auf – zur Erweiterung der Kantine, um die nötigen Mindestabstände der Speisenden in Pandemiezeiten zu gewährleisten.

Also bringt Corona trotz aller entgangenen Einnahmen durch abgesagte Volksfeste und andere Ereignisse wenigstens noch ein bisschen Umsatz. „Im Umkreis von 400 Kilometern hatten wir einiges bei der Schaffung von Test- und Impfzentren zu tun“, schildert Emken. Von großen Zelten bis zum kleinen Toilettenwagen mit behindertengerechten WCs kann seine Firma dabei fast alles Notwendige zur Verfügung stellen.

Mal was anderes für die Event-Profis – doch auf diese Erfahrungen hätten sie bei Otto Kühling in Vechta ebenso gern verzichtet wie „Otto Normalverbraucher“ im Rest der Republik.

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