Gräfin Altburga und Bürgermeistergattin Margarete Lickenberg plaudern miteinander

Zeitreise in der Alexanderkirche

Petra Ostermeier alias Gräfin Altburga, Pastorin Beatrix Konukiewitz und Karola Müller (von links) alias Margarete Lickenberg plauderten in der Kirche. - Foto: Bokop

Wildeshausen - Die Gästeführerinnen Petra Ostermeier und Karola Müller schlüpften am Sonnabend in der Alexanderkirche in Wildeshausen in die Rollen zweier prominenter, historischer Damen aus der Geschichte der Stadt. Als Gräfin Altburga (Ostermeier) und Margarete Lickenberg (Müller) nahmen sie die Zuhörer anlässlich des Reformationsjubiläums mit auf eine Zeitreise.

Altburga war die Gemahlin des Grafen Waltbert, der im Jahre 851 die Reliquien des heiligen Alexanders aus Rom nach „Wigaldinghus“ in die Alexanderkirche brachte. Die Adelige erzählte von den Wundern, die auf dieser Reise geschahen: Blinde konnten wieder sehen und Lahme wieder gehen, nachdem sie die Gebeine des Heiligen berührt hatten. Sie informierte das Publikum, dass immer mehr Pilger nach Wildeshausen kamen, um an den Wundern teilzuhaben. Für den Glauben der Menschen sei es wichtig gewesen, etwas zum Ansehen und Anfassen zu haben.

Dagegen berichtete Margarete, die Gemahlin des 1529 hingerichteten Wildeshauser Bürgermeisters Jakob Lickenberg, von einem Wandel des Glaubens. Zu ihrer Zeit wurden keine Wunder mehr durch die Gebeine des Alexanders gesehen, und sie war allein von der Kraft der Gebete überzeugt. Darüber hinaus gab es den Ablass, Absolution gegen klingende Münze. Die Bürgermeistergattin bedauerte, dass viele Kirchenmänner den Glauben aus den Augen verloren hätten.

An dieser Stelle stieß Pastorin Beatrix Konukiewitz zu der Runde. Sie informierte die historischen Damen, dass das Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten nach wie vor schwierig sei, obwohl es eigentlich mehr Gemeinsames gebe, als Dinge, die beide Gruppen trennen. Ein besonders wichtiges Jahr für die Gemeinsamkeit sei 1997 gewesen, als die St.-Peter-Kirche renoviert wurde und die katholische Gemeinde die Alexanderkirche mit nutzte.

Nach der Plauderei wurden alle Gäste zu Kaffee und Kuchen in den Remter eingeladen. Konukiewitz meinte, sie könne sich vorstellen, diese Veranstaltung jährlich zu aktuellen Themen zu organisieren. J mbo

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