Städtischer Fachausschuss spricht sich für Maßnahme aus

Zeit drängt: Industriegebiet „West“ jetzt anschieben

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Gegen den Widerstand der UWG haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Fremdenverkehr, Sport und Kultur am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, gleichermaßen die Entwicklung der Industriegebiete Wildeshausen-West und -Nord (in der Gemeinde Dötlingen) voranzutreiben. Die veranschlagten Kosten im Haushaltsplan bis 2020 liegen bei mehr als sieben Millionen Euro, die allerdings zum Teil zunächst als Verpflichtungsermächtigungen eingestellt werden.

Die genauen Kosten wird die Verwaltung bis zur entscheidenden Finanzausschusssitzung nachreichen. Zwar ging es in der Sitzung nur darum, die erforderlichen Summen im Haushaltsplan zu veranschlagen, dennoch befassten sich die Mitglieder auch inhaltlich mit dem Thema. Wirtschaftsförderer Claus Marx veranschaulichte, dass das geplante Gebiet in Hockensberg etwa 24 Hektar Fläche bietet, die aber nur für eingeschränkte Industrie- und Gewerbenutzung geeignet sein dürften. „Es gibt noch viele offene Fragen“, erklärte er, denn das Gebiet würde interkommunal durch Dötlingen, die Samtgemeinde Harpstedt, die Gemeinde Prinzhöfte und Wildeshausen genutzt. Für die Arbeit eines Beraters müsste die Stadt zunächst 6 000 Euro zahlen, die anteiligen 35-prozentigen Entwicklungskosten liegen voraussichtlich bei zwei Millionen Euro.

Der Gesamtaufwand für Wildeshausen-West liegt nach den Worten von Marx bei rund 13,6 Millionen Euro. Machbar seien 22 Hektar Nettobaufläche, das Gebiet könnte dann uneingeschränkt genutzt werden. Es gibt jedoch Probleme. Die avifaunistische Untersuchung ist nur noch dieses Jahr gültig, eine neue erfordert bis zu zwei Jahre Zeit. Ein Förderprogramm der N-Bank läuft nur bis Mitte 2022. Das bedeutet, dass schnell begonnen werden müsste, um bis zu 4,8 Millionen Euro Unterstützung für Erschließungs- und Ausgleichsmaßnahmen zu bekommen.

„Damit das Gelände rechtzeitig erschlossen werden kann, müsste der geplante Sandabbau Mitte 2020 beendet sein“, so Marx. Ein kostendeckender Flächenverkauf wäre für 35,40 Euro pro Quadratmeter denkbar. Während Gudrun Brockmeyer und Jens-Peter Hennken (CDU) darauf drängten, schnell zu handeln, warnte Rainer Kolloge (UWG): „Wir fällen wertvollen Wald und nehmen das gesamte Risiko auf uns.“ Er halte es für unwahrscheinlich, dass bis 2025 alle Grundstücke verkauft seien. Hennken hingegen sprach von großer Investitionsbereitschaft der Betriebe. Außerdem müsste man Wildeshauser Firmen Angebote unterbreiten, bevor sie sich anderswohin orientieren. „Wir verlieren sonst den Anschluss.“ Gleichzeitig beantragte er erfolgreich, dass es auch in Wildeshausen-West Kooperationen mit anderen Gemeinden, wie beispielsweise Visbek geben sollte.

Rubriklistenbild: © dpa

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