Neue Fundtier-Unterbrinung

Zehn Kleintiere haben schon ein neues Zuhause gefunden

+
Ute Mahlstedt (l.) und Ludmila Fank mit drei Katzen, die bis vor wenigen Tagen noch in Wildeshausen gelebt haben.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Fünf Kaninchen, eine Ratte, vier Meerschweinchen und sieben Katzen nahmen vor exakt einer Woche einen Wohnortwechsel vor. Sie zogen von Wildeshausen nach Ganderkesee, weil seit dem 1. Juli das „Tierparadies Mahlstedt“ in Schönemoor die Fundtierunterbringung für die Kreisstadt übernommen hat. Die Kleintiere sind dort allerdings bereits wieder abgereist. Sie konnten an einen neuen Besitzer vermittelt werden.

So kamen die Nager gar nicht richtig in den Genuss ihres neuen Domizils. Die Tierpension bietet nämlich viele gut ausgestattete Räume, in denen eine artgerechte Unterbringung möglich ist.

Für Besitzerin Ute Mahlstedt kam der Auftrage aus Wildeshausen sehr überraschend. Sie hatte zwar jedes Mal auf Anfrage ihre Preise mitgeteilt, um deutlich zu machen, wie viel eine gute Unterbringung von Fundtieren kostet, sie war jedoch davon ausgegangen, dass die Stadt nach der 25-jährigen Zusammenarbeit mit der Tierschutzgruppe Wildeshausen auch in Zukunft eine Lösung mit den ehrenamtlichen Tierschützern anstrebt. Diese kamen jedoch nicht mehr zum Zuge, weil ein geplantes Tierheim in Hanstedt nicht so schnell zu realisieren ist.

„Ich möchte mit diesem Jahr Betreuung die Voraussetzungen dafür schaffen, dass in Wildeshausen doch noch eine Lösung mit der Tierschutzgruppe gefunden wird“, so Mahlstedt, die eigentlich gar kein großes Interesse mehr an der Fundtierunterbringung hatte, nachdem ihr die fünfjährigen Verträge mit der Stadt Delmenhorst vor Jahren einen Verlust von 350 000 Mark eingebrockt hatten. Außerdem ist der Job extrem aufwendig, weil rund um die Uhr gearbeitet werden muss.

Vor vier Wochen sollte auf jeden Fall alles ganz schnell gehen. Innerhalb kurzer Zeit richtete Mahlstedt für 4 000 Euro die stillgelegte Quarantäne wieder ein, denn diese wurde bereits am ersten Tag des Fundtiervertrages für ein Kätzchen aus Wildeshausen gebraucht.

Ohnehin stand am Freitag das Telefon kaum still in der Tierpension, weil es noch einiges abzuklären gab. Mahlstedt nimmt nur Fundtiere der Stadt an. Wenn Besitzer ein Tier abgeben wollen, ist sie nicht zuständig.

„In der Regel sollten uns die Fundtiere zudem gebracht werden“, sagt Mahlstedt mit Blick auf die Entfernung von 38 Kilometern und den Zeitaufwand von etwa einer halben Stunde für eine Strecke. Im Notfall würden die Tiere aber auch abgeholt.

In diesem Zusammenhang sucht sie eine engagierte Person in Wildeshausen, die im Bereitschaftsdienst mit einem Auto Tiere abholen kann. „Die Person sollte Erfahrung mit Katzen und Hunden haben und zuverlässig sein“, nennt Mahlstedt die wichtigsten Kriterien. Zudem müsste der Helfer rund um die Uhr erreichbar sein, um im Notfall schnell reagieren zu können.

Mahlstedt engagiert sich bereits seit mehr als 30 Jahren für den Tierschutz. Die 54-Jährige hat in Schönemoor eine regional einmalige Anlage geschaffen, die auf zehn Hektar auch einen Badesee und große Auslaufflächen für Hunde anbietet. Sechs Angestellte kümmern sich um die Tiere. So leben beispielsweise auch drei Ziegen auf dem Gelände, die gemeinsam an neue Besitzer vermittelt werden können. Mahlstedt hat zudem eine Pension für Polizei-Diensthunde aus Bremerhaven und Verden und vermietet das Spielgelände für Hundebesitzer, die ihren Lieblingen besonders viel Auslauf bieten wollen.

Wer nach Fundkatzen sucht, sollte sich unbedingt bei ihr melden (Telefon: 04221/44600). „Ich stehe aber auch in direktem Austausch mit der Tierschutzgruppe“, sagt sie. Denn im Katzenhaus am Reepmoorsweg leben weiterhin Tiere, die in Großenkneten, Hatten und Dötlingen aufgegriffen wurden. Die Verträge laufen noch bis Ende des Jahres. Dann dürfte die Unterbringung in Wildeshausen geschlossen werden.

Mehr zum Thema:

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

BVB feiert Ende des Finalfluchs

BVB feiert Ende des Finalfluchs

Meistgelesene Artikel

„Wildeshauser Hof“: Hotel-Anbau höhenbegrenzt

„Wildeshauser Hof“: Hotel-Anbau höhenbegrenzt

Begegnung mit Bulgaren im „Waldschlösschen“ geplant

Begegnung mit Bulgaren im „Waldschlösschen“ geplant

Vier auf einen Streich

Vier auf einen Streich

Birken stehen schon morgens um 6.30 Uhr vor den Häusern

Birken stehen schon morgens um 6.30 Uhr vor den Häusern

Kommentare