Feierlicher Abschied des Fallschirmjägerbataillons 272

Vor zehn Jahren verließ die Bundeswehr Wildeshausen

Der Augenblick, als die Fahne auf der Burgwiese eingeholt und zusammengefaltet wurde. - Foto: Archiv

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Vor exakt zehn Jahren, am 17. September 2006, nahm Wildeshausens Bürgermeister Franz Duin auf der Burgwiese die Bundesdienstflagge von Oberstleutnant Jürgen Prandtner, Kommandeur der Truppen in der Garnison, entgegen, bevor sich die Soldaten auf ihrem letzten Ausmarsch durch die Stadt verabschiedeten. Damit gingen 45 Jahre als Garnisonsstadt feierlich zu Ende. Die Patenschaft, die im Jahr 1985 begründet wurde, dauerte allerdings noch bis zum 15. Dezember 2014.

Vor zehn Jahren stand das ganze Wochenende im Zeichen der Bundeswehr. Vor dem Rathaus spielte das Wildeshauser Blasorchester. Zwei Soldatenabordnungen waren dort mit Fackeln postiert. Duin und Prandtner begrüßten ihre Gäste zum Stadtempfang. Zum Verabschiedungsappell auf der Burgwiese marschierten alle Truppenverbände mitsamt dem Marinemusikkorps „Nordsee“ auf. Bevor Prandtner die Bundesdienstflagge der Soldaten symbolträchtig an den Bürgermeister übergab, unterstrich er in seiner Rede, dass Wildeshausen vielen Soldaten zur zweiten Heimat geworden sei. Die Stadt habe seit 1961 einige militärische Führungspersönlichkeiten beheimatet. „Wir sind die Wildeshauser Soldaten“, hatte schon Oberstleutnant Korweslühr zum 40-Jährigen in die Chronik geschrieben.

Prandtner betonte: „Wenn das Umfeld einer Kaserne nicht auf die Soldaten zugeht, haben wir einen Einsatz fern der Heimat, im eigenen Land.“ Dies sei in Wildeshausen nicht geschehen. Die Soldaten würden über die Jahreswende aus dem Stadtbild verschwinden. „Aber wir bleiben mit Herz und Kopf hier.“

So ganz Schluss war dann aber doch noch nicht mit der Bundeswehr in Wildeshausen. Inoffiziell endete die Ära am 2. Feburar 2007 auf dem Hof der Wittekind-Kaserne in der Kreisstadt. Im Rahmen eines Appells wurde die Bundesdienstflagge zum letzten Mal vom Mast geholt, fünf Mal gefaltet und mit der schwarzen Seite nach außen an den damaligen Bürgermeister Kian Shahidi übergeben. „Wir wollen heute keine großen Reden mehr schwingen, es ist alles gesagt“, fasste sich Oberstleutnant Prandtner in seiner Abschiedsrede kurz.

Wenige Monate später entschied der Wildeshauser Stadtrat, das ehemalige Kasernengelände an Investor Wolfgang Rixen zu veräußern, der seitdem dort das Spascher Sand Resort entwickelt. Von den ehemaligen Kasernengebäuden ist kaum noch etwas zu sehen. Dort stehen nun Villen. Das Offizierskasino steht allerdings noch. Dort ist in naher Zukunft die Einrichtung einer Markthalle mit einen Café geplant.

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