Wildeshauser Gastronomen ziehen Bilanz 

Zehn Jahre nach Rauchverbot: Blauer Dunst auf dem Rückzug

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Der Aufschrei vor zehn Jahren war groß, genützt hat es am Ende nichts: Das Nichtraucherschutzgesetz trat am 1. August 2007 in Kraft. Seitdem zwingen viele Gaststätten die Freunde des blauen Dunstes vor die Tür, um ihrer Gewohnheit nachzukommen. Unsere Zeitung hat sich umgehört, wie sich Wildeshauser Gastronomen mit dem Rauchverbot arrangiert haben.

Der Raucherraum in der „Brasserie“ wird laut Wirt Stefan Thuns weniger genutzt, als vor zehn Jahren. 

Die Befürchtungen der Kritiker des Gesetzes schienen sich zu bestätigen: „Der Anfang war nicht so prall“, erinnert sich Stefan Thuns von der „Brasserie“. Etliche Raucher blieben zunächst zu Hause, die Betreiber des Lokals errichteten einen Raucherraum. „Der war anfänglich gut besucht“, so Thuns. Mittlerweile sieht das anders aus. So kämen hin und wieder auch dort die Aschenbecher von den Tischen, weil nur wenige Gäste den Bereich im vorderen Teil des Lokals nutzten. „Viele haben aufgehört oder gehen raus“, berichtet der Gastronom. Ganz abschaffen will Thuns den Raum jedoch nicht: „Er wird nicht mehr so stark genutzt wie vor zehn Jahren, bleibt aber.“ Gegen das Gesetz hat Thuns nichts, findet es sogar sinnvoll, obwohl er selbst zur Zigarette greift. Dennoch: „Ich gehe nur in Restaurants, wo ich rauchen kann“, so Thuns. Der Qualm störe ihn nicht beim Essen.

Frank Stauga vom Restaurant „Altes Amtshaus“ meint, dass Raucher viel Genuss verpassen.

Auch Frank Stauga vom „Alten Amtshaus“ erinnert sich an ein paar Hindernisse auf dem Weg zum Nichtraucherlokal. „Das hat sich aber eingependelt und funktioniert.“ Umsatzeinbrüche habe es nicht gegeben, da die Gaststätte ein reines Speiselokal sei und das Essen im Vordergrund stehe. Trotzdem wurde auch im „Alten Amtshaus“ zunächst ein Raucherraum eingerichtet. Der ist aber mittlerweile Geschichte. Stauga, selbst ehemaliger Raucher, hat sich dafür ausgesprochen, dass im ganzen Haus nicht mehr gequalmt wird. Er ist überzeugt, dass Quarzern geschmacklich viel entgeht: „Als Nichtraucher hat man eine andere Aroma-Erfahrung“, meint Stauga. „Man schmeckt und riecht besser.“

„Zorbas“-Wirt Tuma Uyar findet es gut, dass Nichtraucher und Kinder vor dem Qualm geschützt werden.

„Ich finde das Gesetz okay, wir haben keine negativen Erfahrungen gemacht“, sagt Tuma Uyar von „Zorbas“. Es sei wesentlich besser für Nichtraucher und Kinder – außerdem blieben die Räume sauber. „Beim Essen gehen kann man aufs Rauchen verzichten“, findet der Gastronom. „In der Kneipe ist das anders.“ Der Nichtraucherbereich im „Zorbas“ werde deutlich besser besucht als das Refugium der Glimm-stängelfreunde. „Viele Leute gehen vor die Tür“, erläutert Uyar.

E-Zigaretten werden in allen drei Betrieben übrigens nicht anders behandelt als herkömmliches Rauchwerk.

Rubriklistenbild: © dpa

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