Ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes zur Kontaktnachverfolgung

Corona: „Zahlen hoch, aber nicht dramatisch“

Impfaktion in Wildeshausen: Von Mittwoch bis Freitag war der Andrang beim ehemaligen Feuerwehrhaus sehr groß.
+
Impfaktion in Wildeshausen: Von Mittwoch bis Freitag war der Andrang beim ehemaligen Feuerwehrhaus sehr groß.

Landkreis – Im Landkreis Oldenburg wurden von Donnerstag zu Freitag 36 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Auf Großenkneten entfielen acht positive Tests, auf Ganderkesee, Wildeshausen, Hude und Harpstedt je sechs, auf Hatten zwei, sowie auf Wardenburg und Dötlingen je einer.

Somit gibt es aktuell 445 registrierte, mit dem Coronavirus infizierte Personen im Landkreis. In Quarantäne befinden sich derzeit 551 Menschen. Bestimmbare Cluster gibt es weiterhin in der Lebensmittelindustrie (26 Fälle) und bei Infektionen in Verbindung mit Schulen und Kindertagesstätten (81 Fälle). Die übrigen Infektionen sind diffus verteilt.

Die kumulative Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut den Berechnungen des Robert-Koch-Instituts bei 202,3 auf 100.000 Einwohner. Am Vortag betrug sie 204,6.

Die Zahlen zeigen, dass auch im Landkreis Oldenburg Eile geboten ist. Täglich werden derzeit von den mobilen Impfteams rund 500 bis 700 Menschen erstgeimpft oder geboostert, um einen besseren Schutz gegen das Coronavirus zu bieten. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Neuinfizierten in der vergangenen Woche um mehr als 50 Personen täglich. Seit drei Monaten gab es erstmals wieder drei Tote in Verbindung mit einer Corona-Infektion zu vermelden.

Rund 85.000 Menschen im Landkreis sind vollständig geimpft, etwa 10 000 Bürger haben sogar schon ihre Booster-Impfung erhalten. Doch alle Anstrengungen dürften noch nicht so schnell zu einer Entlastung führen.

„Die Zahlen sind hoch, aber nicht dramatisch“, sagt der ärztliche Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Oldenburg, Dr. Leonhard Hamschmidt. Er rechnet damit, dass die Inzidenzzahlen bis Neujahr kontinuierlich steigen werden. „Jeder Ungeimpfte wird die Erkrankung durchmachen“, so seine Einschätzung. Da die Letalität (Fallsterblichkeit) bei dieser Personengruppe deutlich höher sei als bei den Geimpften, rechnet Hamschmidt mit einigen weiteren Toten im Landkreis Oldenburg. „Statistisch sterben zwei von 10.000 Menschen, die an Corona erkranken“, zitiert er Statistiken. Es zeige sich, dass die Intensivbetten in den Krankenhäusern zu etwa 90 Prozent mit ungeimpften Coronapatienten belegt sind.

Angesichts der hohen Zahlen von Neuinfektionen kann das Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung nur noch telefonisch erledigen. Die positiv getesteten Bürger müssten sich automatisch in Quarantäne begeben, so Hamschmidt. „Wir rufen die Leute an, doch sie müssen nach Möglichkeit ihre Kontakte selbst informieren, dass sie einen Test machen, um Gewissheit zu erlangen.“ Sollten die Zahlen noch weiter steigen, könnte es passieren, dass das Gesundheitsamt nur noch die Menschen ansprechen kann, die Kontakte zu einer vulnerablen (besonders gefährdeten) Gruppe haben.

Schlachtbetriebe legen viel Wert auf Impfungen

Der landläufigen Meinung, dass sich insbesondere EU-Bürger, die in den Schlachtbetrieben arbeiten, wegen ihrer schwierigen Wohnsituation verstärkt infizieren, widerspricht Hamschmidt. Dort, wo die Mitarbeiter in Unterkünften der Betriebe wohnen, werde die Lage sehr gut kontrolliert. „Hier gibt es Quarantänebereiche. Das läuft sehr gut“, so der Mediziner. Schwieriger sei es allerdings im privaten Umfeld, wenn die Mitarbeiter in eigenen Wohnungen leben. Die Firmen würden aber sehr viel Wert darauf legen, dass die Impfquote in den Betrieben steigt. Mittlerweile seien in manchen Unternehmen prozentual mehr Mitarbeiter geimpft als in der deutschen Gesamtbevölkerung. Auch ein bislang problematisches Unternehmen in Emstek habe jetzt schon eine Quote von über 70 Prozent erreicht.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

„Impfpflichtgegner fast wie Schweine durchs Dorf getrieben“

„Impfpflichtgegner fast wie Schweine durchs Dorf getrieben“

„Impfpflichtgegner fast wie Schweine durchs Dorf getrieben“
Auto schleudert gegen Baum: 27-jähriger Wildeshauser stirbt bei Unfall

Auto schleudert gegen Baum: 27-jähriger Wildeshauser stirbt bei Unfall

Auto schleudert gegen Baum: 27-jähriger Wildeshauser stirbt bei Unfall
Auto schleudert und kippt auf die Seite

Auto schleudert und kippt auf die Seite

Auto schleudert und kippt auf die Seite
Corona-Inzidenz: Landkreis Oldenburg bei 995,5

Corona-Inzidenz: Landkreis Oldenburg bei 995,5

Corona-Inzidenz: Landkreis Oldenburg bei 995,5

Kommentare