Zahl steigt im Landkreis Oldenburg stark an/Die ersten erhalten Sprachkurse

91 jugendliche unbegleitete Flüchtlinge erwartet

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Es kommen immer mehr jugendliche unbegleitete Flüchtlinge in den Landkreis.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Mit der steigenden Flüchtlingszahl wächst auch die Zahl der minderjährigen unbegleiteten Menschen, die im Landkreis Oldenburg betreut werden sollen. Rechnete das Jugendamt noch vor Monaten mit einer Zielzahl von 48 Jugendlichen, die hier dauerhaft in Obhut genommen werden, dürfte die Zahl nun bald auf 91 steigen. Aber auch deren Betreuung ist gewährleistet.

Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs berichtete dem Jugendhilfeausschuss des Landkreises Oldenburg am Dienstag über die Situation und sprach von einer „dynamischen Entwicklung“.

„Es zeichnet sich ab, dass wir in Deutschland derzeit 57000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben“, sagte er. Zehn Prozent davon würde das Land Niedersachsen aufnehmen, 1,6 Prozent kämen in den Landkreis Oldenburg. Aktuell würden hier 35 junge unbegleitete Männer intensiv betreut.

In der Region ist die Jugendhilfe gut organisiert. Im Gespräch mit den Trägern fand der Landkreis pragmatische Lösungen, die aktuell problemlos laufen. „Ich habe gerade noch mal nachgefragt“, so Ahlrichs. Es gebe eine intensive Betreuung, so dass die Stimmung gut sei. Dennoch: Eine Ausweitung der Hilfe sei nicht ohne Weiteres machbar. Es fehle an Immobilien für die Unterbringung und pädagogisches Personal.

Die Jugendlichen werden zurzeit zumeist auf dem Jugendhof in Steinkimmen untergebracht. Es gibt dort eine pädagogische Begleitung durch „plan A“ und Bezugsbetreuer. Nächste Woche startet ein Sprachkurs mit 100 Stunden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Anschließend sollen die Jugendlichen die Schule besuchen.

Ab dem 2. Dezember stehen zudem neun Plätze im Wichernstift in Ganderkesee für eine Klärungsgruppe zur Verfügung. „Wir wollen die jungen Menschen genau kennenlernen“, sagte Ahlrichs. Dann könne man ganz gezielt organisieren, wo die Flüchtlinge untergebracht werden. Die Hälfte der Ankömmlinge ist derzeit 14 und 15 Jahre alt, die andere Hälfte ist 16 und 17 Jahre alt. Die Jungen kommen aus Afghanistan oder Syrien. Manche freuen sich, wenn sie in Familien untergebracht werden, andere möchten schnell in eine Wohnung ziehen.

„Wir sind in jedem Fall auf größere Zahlen an minderjährigen Flüchtlingen vorbereitet“, erklärte der Jugendamtsleiter. „Allerdings wird es wohl beim Verlassen der Erstaufnahmeeinrichtung einen Stau geben. Das kriegen wir aber auch in den Griff.“

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