XXL-Ostfriese renkt in Wildeshausen Pferde und Hunde ein

Tamme Hanken lockt mehr als 100 Tierhalter und Schaulustige an

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Tamme Hanken korrigiert die Fußhaltung eines Hundes. „Wir nehmen uns für jedes Tier so viel Zeit, wie es braucht“, sagt er.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Mehr als 100 Schaulustige und Tierbesitzer haben am Freitagmittag „Knochenbrecher“ Tamme Hanken bei seiner Arbeit beobachtet. Der Tier-Chiropraktiker aus Ostfriesland behandelte Hunde und Pferde auf dem Gelände der Raiffeisen-Warengenossenschaft in Wildeshausen.

Zitat des XXl-Ostfriesen zu einer Hundebesitzerin:

"Du musst zum Schlachter, der die Kühe noch selber tot haut. Da holst du dir einen Blättermagen für den Hund."

Bis es so weit war, dauerte es aber eine Weile. Denn der für 10 Uhr angekündigte Hanken fuhr erst gegen 11 Uhr in seinem Mercedes-Geländewagen auf das Gelände am Lehmkuhlenweg. Hatte vorher noch mancher geklagt, es sei auch langsam an der Zeit, verflog der Unmut schnell, als der 55-Jährige ans Werk ging. Die Bezeichnung „Knochenbrecher“ beschreibt übrigens Heiler, die durch Einrenken von Gliedmaßen und Gelenken Besserung versprechen. Hanken, der durchs Fernsehen sicherlich vielen Leuten ein Begriff ist, praktiziert das Einrenken auf seinem Hof in Filsum (Landkreis Leer) und bei Außenterminen. Ganz billig sind die Leistungen des Ostfriesen allerdings nicht. 60 Euro nimmt er für die Behandlung eines Hundes, 140 Euro für ein Pferd, heißt es auf der Internetseite des 2,06 Meter großen Mannes. Am Freitag dauerte es nur eine knappe halbe Stunde, bis er drei Hunde behandelt hatte – mit dem Einrenken lässt sich also schon etwas verdienen. Die Preise konnten den meisten Leuten allerdings egal sein. Sie waren ja nur gekommen, um zu gucken, wie der „Fernseh-Star“ in echt aussieht.

Tamme Hanken in Wildeshausen

Und der medienerfahrene Hanken bot ihnen eine gute Show. Mit Zigarre im Mund kam er an, um dann souverän die Kontrolle über die Situation zu übernehmen. Dabei ließ er sich auch nicht davon ablenken, dass viele Zuschauer mit ihren Smartphones ständig fotografierten.

Während der Behandlungen bewies Hanken, dass er schnell einen Draht zu den Leuten findet. Er duzte grundsätzlich, sprach mit plattdeutscher Färbung und konnte sich der Aufmerksamkeit der Zuschauer sicher sein. Zum Beispiel wenn er fragte, warum Hunde denn Scheiße fressen würden. Weil sie keine Magenkultur und Probleme beim Verdauen haben, so der „Knochenbrecher“.

In kurzen Gesprächen nahm er die Besitzer der Hunde und Pferde ins Gebet. „Da müssen vier Kilo runter“, stellte er mit der Autorität eines Fachmanns fest. „Was frisst das Tier denn? Trockenfutter?“, kritisierte er die Ernährung, ohne dabei hochnäsig zu wirken. Die Eigentümer stimmten auch meist ohne Widerworte den Worten des „Meisters“ zu, der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. „Wir nehmen uns für jedes Tier so viel Zeit, wie es braucht.“

Der Mann hat durch seine Statur, seine derbe, direkte Sprache und seine Bekanntheit offenbar einigen Einfluss auf die Tierbesitzer. Und spätestens, wenn „Bello“ den auf Euro-Paletten improvisierten Behandlungstisch verlassen hatte, war die Verspätung des „Knochenbrechers“ aus Ostfriesland vergessen.

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