Gildegericht verhandelt vor historischem Rathaus 

Schlimmer Vorwurf beim Gildefest: Maulwürfe auf der Burgwiese ausgesetzt

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Richter Carsten Kloster fand, dass Joachim Decker nur positiv über das Gericht und die Wachkompanie berichtet hat.

Wildeshausen - „Warum kommt das Gesindel hier eigentlich immer im Dreierpack?“, fragte Gerichtspräsident Otto Böttcher. Tatsächlich wurden dem Hohen Gildegericht am Sonntag von der Wache ständig Dreiergruppen vorgeführt. Aber so schlecht war das eigentlich gar nicht, denn praktischerweise konnten damit gleich drei Personen auf einen Schlag verurteilt werden und mussten in die Gerichtskasse einzahlen.

Diesmal erwischte es beispielsweise den Stadt-Pressesprecher und Torwart des VfL Wittekind Wildeshausen, Sebastian Pundsack, den zukünftigen Co-Trainer des VfL, Patrick Meyer, und Ersatzkeeper Felix Dittrich. Den Rasensportlern wurde ganz Unglaubliches vorgeworfen: Sie würden Maulwürfe auf der Burgwiese aussetzen, um den Rasen zu beschädigen. Zudem wurde Pundsack vorgehalten, dass er als Maulwurf „schmutzige Sachen aus dem Stadthaus“ erzählen würde.

Die drei Männer waren sich keiner Schuld bewusst, und die angedrohte Strafe von Richter Carsten Kloster, man könne sie ja fünf Meter tief eingraben, damit sie kein Unheil mehr anrichten, wurde dann in eine Ordnungsstrafe umgewandelt. Außerdem gab es einen Gratis-Schnaps vom Gericht.

Felix Dittrich, Sebastian Pundsack und Patrick Meyer (v.l.) bekamen vor dem Urteil einen Schnaps vom Gericht. 

Richtig glücklich war die Wache um Dirk Böhler, endlich mal Joachim Decker, langjähriger Redakteur unserer Zeitung, festnehmen zu können. Er könne weder lesen noch schreiben, sondern nur behaupten, so der Vorwurf. Zudem habe er schmutzige und hinterhältige Details aus der Wachkompanie verraten.

Das fand Kloster jedoch gar nicht in Ordnung. Der Redakteur sei „stets bemüht“ gewesen. Er habe in mehr als 25 Jahren nur positiv berichtet, so der Richter. Decker selbst fand ebenfalls, dass er einen guten Job gemacht hat. „Ich habe mich nur am Anfang bei euch eingeschlichen. Dann habe ich immer wohlwollend über euch geschrieben.“

Zapfenstreich beim Gildefest

 © Tanja Schneider
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 © Justin Hansemann
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Gildefest-Party am Sonntagabend

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Auch Böttcher sah keinen Grund, den Journalisten zu verurteilen. Er schlug vor, Decker vielmehr ehrenhalber zum Korrespondenten des Gildegerichtes zu ernennen. Dann könne er immer positiv berichten. „Lass dir deinen Ruhestand nicht vermiesen“, so Böttcher. „Und zahl einfach eine Ordnungsstrafe nach eigenem Gusto.“ Das tat Decker dann auch, zahlte 15 Euro in die Kasse und war wieder ein freier Mann. Schließlich wurde er sogar vom Gericht mit Handschlag verabschiedet. 

dr

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