Einbahnstraßen für die Innenstadt?

CDU macht Vorschläge für die Entwicklung des Auto- und Radverkehrs

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Künftig nur noch in eine Richtung befahrbar? Die CDU schlägt Einbahnstraßen für die Innenstadt vor.

Wildeshausen - Die CDU regt an, den Innenstadtverkehr in Wildeshausen neu zu ordnen. Der Vorsitzende der Christdemokraten, Wolfgang Sasse, kann sich unter anderem vorstellen, die Hunte- und die Westerstraße zu Einbahnstraßen zu machen.

Auch eine Brücke für Fußgänger sowie Radfahrer vom Bahnhof über die Eisenbahnschienen zur Krandelstraße hält er für eine gute Idee. Sasse hat die Verwaltung in einem Antrag gebeten, diese und andere Vorschläge zu prüfen. Dabei geht es insbesondere darum, in welche Richtung die Hunte- und die Westerstraße Einbahnstraßen werden sollten. Er hofft darauf, bis zu den Haushaltsberatungen im Herbst fachliche Einschätzungen und Infos zu den Kosten von der Verwaltung zu erhalten. „Trotz aller neuer Herausforderungen und Themen dürfen wir unsere Grundversorgung und die Sicherheit unserer Bürger nicht aus dem Auge verlieren“, so Sasse.

In seinem Antrag greift der Christdemokrat auch Veränderungen wie den Umzug der St.-Peter-Schule an die Heemstraße und die neu gebaute Halle am Bahnhof mit Arbeitsagentur, Volkshochschule und DRK-Kleiderkammer auf. Letzteres sei eine „riesige Besonderheit“, die niemand bei der Erstellung der Verkehrsentwicklungspläne 2016 und 2012 auf dem Schirm hätte haben können. Sasse möchte, dass diese Pläne aktualisiert und fortgeschrieben werden. Teilweise enthalten diese auch schon Einbahnstraßen in der Innenstadt. Es müsse kein komplett neues Gutachten her.

Mehr Parkplätze an der Sögestraße

Sasse möchte auch, dass die Sögestraße in Richtung Stadthaus zur Einbahnstraße wird. Das hätte in seinen Augen zwei Vorteile: Zum einen stünde mehr Platz für Parkplätze auf der Sögestraße zur Verfügung. „Abends ist sowieso auf beiden Seiten alles zugeparkt. Warum sollte das nicht auch tagsüber gehen?“, so der CDU-Vorsitzende. Zum anderen könnten Autofahrer auf der Suche nach Parkplätzen die Sögestraße entlang Richtung Marktplatz und dort am Stadthaus vorbei auf den Gildeplatz geleitet werden. Das gehe dann quasi „automatisch“ vonstatten, hofft Sasse. Er unterstützt übrigens den Antrag der Linken-Ratsfrau Kreszentia Flauger, die die Parkplätze auf dem Gildeplatz verbreitern will. „Ich verstehe überhaupt nicht, warum das noch nicht umgesetzt wurde“, so Sasse.

Teil der Vorschläge ist auch, die Neue Straße sowohl in Richtung Westertor als auch zur Schulstraße hin zur Einbahnstraße zu machen. Damit möchte Sasse auf den für 2021 geplanten Umzug der St.-Peter-Schule reagieren. Ein Teil der Eltern könne die Kinder auf diesem Weg bringen und abholen, während die Busse weiter an der Heemstraße halten würden. „Vielleicht können wir den Verkehr splitten“, hofft Sasse. Er schätzt, dass von den 185 Schülern etwa 100 gefahren werden.

Gleichberechtigung für Auto- und Radfahrer

Auch eine Einbahnstraßenregelung von der Kreuzung Heemstraße/Breslauer Straße zur Kreuzung Heemstraße/Bahnhofstraße schwebt Sasse vor. Das könnte dazu dienen, den zunehmenden Verkehr zur Halle am Bahnhof aufzufangen. In die gleiche Kerbe schlägt Sasse, wenn er auf der Ladestraße eine Gleichberechtigung für Auto- und Radfahrer im Sinn hat.

Großräumig denkt der CDU-Vorsitzende, wenn ihm eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Eisenbahnschienen am Bahnhof vorschwebt. In Verbindung mit den geplanten Parkflächen und Busspuren beim Wohnmobilstellplatz an der Krandelstraße wäre ein „Park and Ride“ denkbar, sodass Besucher dort ihre Wagen abstellen und dann zu Fuß in die Innenstadt oder zum Bahnhof gehen.

Auf der einen Seite betont Sasse, dass es sich bei seinen Vorschlägen tatsächlich nur um Vorschläge handle, die eine fachliche Einschätzung von Verkehrsplanern bräuchten. Auf der anderen Seite sagt er: „Ich bin alles selbst abgefahren. Es würde funktionieren.“

Der Antrag befasst sich ausdrücklich nicht mit der Situation der Kaiser- und der Wittekindstraße sowie den möglichen Auswirkungen, wenn die Stadt am Westring nur noch das Rechtsabbiegen gestatten würde. Die CDU sei der Meinung, dass diese Themen von der Verwaltung bearbeitet und in die Überlegungen einfließen würden, so Sasse.

Die Vorschläge in Kürze:

Einbahnstraßenregelung:

  • Neue Straße in Richtung Westertor und Schulstraße
  • Sögestraße in Richtung Marktplatz
  •  Huntestraße und Westerstraße (Richtung soll von Experten bewertet werden)
  •  Kreuzung Heemstraße/Breslauer Straße bis Kreuzung Heemstraße/Bahnhofstraße in Richtung Johanneum

Fahrradfahrer:

  • Brücke über die Eisenbahnschienen am Bahnhof
  • Gleichberechtigte Nutzung der Ladestraße für Rad- und Autofahrer

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