Partei „Die Linke“ informierte auf dem Wildeshauser Marktplatz

Wohnraum in der Kreisstadt für viele unerschwinglich

„Gute Stube“ auf dem Marktplatz: Gerhard Lübben (2.v.l.) war zu Besuch bei den „Linken“ Kreszentia Flauger, Bastian Lahrmann und Hilke Hochheiden (v.l.).
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„Gute Stube“ auf dem Marktplatz: Gerhard Lübben (2.v.l.) war zu Besuch bei den „Linken“ Kreszentia Flauger, Bastian Lahrmann und Hilke Hochheiden (v.l.).

Wildeshausen – Wer am Sonnabend auf den Wildeshauser Marktplatz kam, sah auf dem Pflaster des historischen Platzes den Grundriss einer 75 Quadratmeter großen Wohnung mit Flatterbändern dargestellt. Um das alles etwas plastischer wirken zu lassen, waren die Zimmer mit Möbeln und Gegenständen ausstaffiert.

Die Partei „Die Linke“ wollte mit ihrer Initiative auf die Wohnungssituation in Wildeshausen aufmerksam machen. „Es läuft einiges falsch in der Wildeshauser Wohnungspolitik und das trifft besonders diejenigen mit niedrigem Einkommen. Wir möchten gerne hören, welche Erfahrungen unsere Mitmenschen am Wohnungsmarkt gemacht haben und auch, was sie sich dazu von der Politik wünschen“, hatte Linke-Ratsfrau Kreszentia Flauger zuvor als Ziel der Aktion ausgegeben.

Dazu hielten die Kommunalpolitiker in dem Pavillon zusätzliche Informationen bereit. Die auf dem Marktplatz dargestellte Wohnungsgröße sei für Hartz-IV-Beziehende in Wildeshausen für einen Drei-Personenhaushalt vorgesehen. Dafür stünde der Familie ein Mietzuschuss von 480 Euro zu. Nach aktuellen Marktpreisen ergäbe sich jedoch eine Finanzierungslücke von bis zu 120 Euro pro Monat, so die Linken, die für ihre Berechnungen aktuelle Mietangebote sowie „Angaben von Immobilienfachleuten“ zugrunde legten.

Viele Menschen zeigten sich interessiert

Viele Menschen wurden durch die Aktion angelockt und zeigten sich sehr interessiert, so Flauger, die mit ihren Mitstreitern bis zum Nachmittag nach eigenen Angaben etwa 25 Gespräche führte. „Als sehr ungerecht wurde die von uns aufgezeigte Lücke zwischen der Mietübernahme für Menschen in SGB-II-Bezug und den tatsächlichen Mietkosten in Wildeshausen angesehen. Die amtlicherseits akzeptierte Miethöhe sei realitätsfremd“, berichtete die Ratsfrau. Aber auch Normalverdiener könnten sich Wohnraum in der Kreisstadt kaum mehr leisten und müssten notgedrungen in die Nachbargemeinden ausweichen.

Zustimmung erhielten die Linken für ihre Forderungen, mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Dafür sieht die Partei die Kommunen in der Verpflichtung. „Auch unser Ansatz, dass Wohnraum von der öffentlichen Hand gebaut und vermietet werden soll, war für die Passanten heute sehr nachvollziehbar. Für stadteigene oder kreiseigene Wohnungen fließt kein hoher Gewinnanteil in die Miethöhe ein“, führte die Politikerin aus.

„Hinterfragt wurde, wo Mietwohnungen hin sollen, nachdem es ja erhebliche Proteste gegen Mehrfamilienhäuser gegeben hatte“, so Flauger. Einig seien sich die Bürger in den Gesprächen darin gewesen, dass große Areale nicht nur mit Einfamilienhäusern bebaut werden dürften. Eine gute Durchmischung sei als positiv gesehen worden.  

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