Wohnraum fehlt/ Kosten haben sich verdoppelt/Sammelunterkünfte geplant

Landrat bildet Krisenstab angesichts Flüchtlingsstroms

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Es werden immer mehr Flüchtlinge in den Landkreis Oldenburg strömen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Angesichts einer neuen Zuweisungsquote von 711 Flüchtlingen bis Januar und möglicherweise 200 weiteren Zuweisungen aufgrund der derzeitigen Asylbewerber-Welle richtete Landrat Carsten Harings am Montag einen Krisenstab im Kreishaus ein und suchte den Schulterschluss mit der Politik.

Die Marschroute der Kreisspitze wird von den politischen Parteien uneingeschränkt geteilt. Das machten diese am Dienstag im Rahmen der Fachausschusssitzung deutlich. Auch Gespräche mit den Bürgermeistern der Kommunen und den Kreis-Fraktionsvorsitzenden der Parteien brachten Geschlossenheit. „Wir stehen vor großen Herausforderungen und müssen konsequent handeln“, unterstrich Harings, erklärte aber auch: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

Sozialdezernent Bodo Bode umriss die aktuelle Entwicklung: Die Zahl der anerkannten Asylbewerber ist von 119 am 31. Dezember 2012 auf 746 am 31. August 2015 gestiegen. Das in diesem Rahmen eingeplante Defizit von 1,5 Millionen Euro habe sich mittlerweile mehr als verdoppelt, wobei nicht klar sei, welche Mittel vom Bund und dem Land in den Landkreis zurückfließen, so Bode.

„Die bisherige Strategie der dezentralen Unterbringung war erfolgreich. Zurzeit haben wir 360 Wohnungen unter Mietvertrag“, erklärte der Dezernent. Weiterer geeigneter Wohnraum sei aber kaum noch verfügbar. Was die Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften betrifft, ist der Landkreis in Verhandlungen und hofft auf baldige Erfolge.

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage ist damit zu rechnen, dass das Land zur Entlastung der eigenen überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünfte ab sofort Flüchtlinge auf die kommunale Ebene zuweisen wird“, erklärte Bode. Deshalb müsse sofort damit begonnen werden, weitere Notunterkünfte herzurichten. Dafür eigneten sich neben Turnhallen leer stehende Gewerbeobjekte, aber auch mobile Wohnanlagen. Container, so die Auskunft von Harings, haben aktuell eine Lieferzeit von mindestens sechs Monaten. Deshalb sei es ratsam, Verhandlungen über die Errichtung von Gebäuden in Fertigbauweise zu führen.

Aufgabe des Krisenstabes ist es auch, ein nachhaltiges Unterbringungskonzept zu entwickeln. Nach Auskunft des Ersten Kreisrates Christian Wolf ist davon auszugehen, dass bis zu 40 Prozent der anerkannten Flüchtlinge im Landkreis bleiben und ebenso wie viele Deutsche bezahlbaren Wohnraum suchen. Dafür müsste der soziale Wohnungsbau gezielt angeschoben werden.

Als weitere Maßnahme möchte der Landkreis die Vollzeitstellen von Flüchtlingssozialarbeitern der Diakonischen Werke von drei auf sechs sowie die Ein-Euro-Kräfte von acht auf 16 verdoppeln und dafür die Finanzierung übernehmen. Das teilte Harings mit.

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