Die neuen Burmeister-Häuser finden nicht bei allen Wildeshausern Gefallen

Wohnklotz, der die Kirche verdeckt?

Blick aus geringer Entfernung: Der Turm der Alexanderkirche ist kaum zu sehen.
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Blick aus geringer Entfernung: Der Turm der Alexanderkirche ist kaum zu sehen.

Wildeshausen – Seit rund einem Dreivierteljahr wird in Sichtweite der Alexanderkirche Wildeshausen auf dem ehemaligen Parkplatz an der Kokenstraße gebaut. Wie berichtet, entstehen dort zwei Wohn- und Bürohäuser. Die Gebäude werden zweigeschossig mit einem Staffelgeschoss errichtet. Die Wohnungen und Büros haben eine Größe von 60 bis 135 Quadratmetern. Sie sollen bis Ende des Jahres fertig sein.

Je höher die Mauern wachsen, desto größer wird aber offenbar bei manch einem Wildeshauser das Unbehagen, dass die Gebäude recht wuchtig wirken. UWG-Ratsherr Rainer Kolloge brachte das im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung ganz subjektiv auf den Punkt: „Die Parkfläche, die wir als Stadt abgegeben haben, wird jetzt in erschreckender Weise bebaut, was auch den Sichtwinkel zur Alexanderkirche betrifft.“

Kolloge befürchtet, dass das denkmalgeschützte Gotteshaus vom Feuerwehrhaus nicht mehr zu sehen sein wird. Architekt Tammo Reelfs hingegen berichtet auf Nachfrage, ausdrücklich so geplant zu haben, dass der Turm der Kirche zu sehen ist. Das ist zumindest der Fall, wenn man aus einiger Entfernung in Richtung Kirche blickt. Laut Reelfs ist es zudem Ziel der Planung, dass sich das Ensemble gut in die Umgebung einfügt. Der Klinker der neuen Gebäude entspreche optisch dem des dahinterliegenden Gotteshauses.

Kolloge kritisierte aber auch, dass der Bau sehr nah an die Kokenstraße herangerückt ist. Zudem hätte man eine giebelständige Bauweise vorschreiben sollen, wie es in Wildeshausen üblich ist. „Ich habe es allerdings damals, als wir den Tausch vereinbart haben, selbst nicht gesehen“, gab Kolloge bereitwillig zu.

Gebäudeform wurde nicht vorgeschrieben

In der Tat wurde dem Architekten bei der Gestaltung des Baukörpers freie Hand gelassen. Reelfs weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass dem Bauherrn von der Stadtverwaltung eine Baulinie vorgegeben wurde. „Wir mussten direkt an die Straße bauen“, erklärt er. Im Nachhinein habe sich das für den Investor gelohnt, weil sonst viele Parkplätze hätten abgelöst werden müssen. Der Bebaungsplan gebe keine Traufhöhe vor, so Reelfs. Vorgeschrieben sei nur eine Zweigeschossigkeit. Diese würde mit dem Bau erfüllt, weil das dritte Geschoss ein Staffelgeschoss sei, das nur 66 Prozent der Grundfläche betrage.

„Man kann es nicht allen recht machen“, erklärt Reelfs zu dem Vorwurf, dass die Gebäude sehr wuchtig daher kommen. Ziel sei es gewesen, eine zeitlose Architektur mit Flachdach zu realisieren.

Aus größerer Entfernung: Jetzt ist zumindest ein Teil des Kirchturms erkennbar. Foto: bor

Der Architekt glaubt, dass sich niemand an den Gebäuden stören wird, wenn erst einmal das Umfeld, der neu gestaltete Parkplatz sowie das Urgeschichtliche Zentrum realisiert sind. „Die Stadt hat eine große Verantwortung, diesen Platz optimal zu gestalten“, betont Reelfs. „Das kann ein ganz toller Bereich werden. Aber dafür muss der Plan auch von einem Fachmann konzipiert werden.“

Wie berichtet, soll das alte Burmeister-Haus an der Kokenstraße bald abgerissen werden. Für die Neugestaltung des Areals stehen der Stadt Mittel aus dem Programm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“ zur Verfügung.

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