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Wohnhäuser auf Grashorn-Areal?

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Von: Dierk Rohdenburg

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Grashorn in Wildeshausen: Der Betrieb sucht nach eigenen Angaben bereits seit 20 Jahren ein neues Grundstück und könnte nun bald umziehen.
Grashorn in Wildeshausen: Der Betrieb sucht nach eigenen Angaben bereits seit 20 Jahren ein neues Grundstück und könnte nun bald umziehen. © dr

Wildeshausen – Wie geht es mit dem knapp 25.000 Quadratmeter großen Grundstück der Firma Grashorn an der Bargloyer Straße in Wildeshausen weiter, wenn das Unternehmen ins Interkommunale Gewerbegebiet in Hockensberg umzieht?

Diese Frage haben Politik, Stadtverwaltung und Geschäftsführung von Grashorn in der vergangenen Woche in einem informellen Gespräch thematisiert. Offenbar ohne klare Ergebnisse, was die Option einer städtebaulichen Entwicklung betrifft. Konkrete Pläne wurden noch nicht diskutiert, und Geschäftsführer Gerald Grashorn war nach eigenem Bekunden im Anschluss erstaunt darüber, wie wenig Abstimmung es zwischen der Stadtverwaltung und der Politik im Vorfeld gegeben hatte.

Die Vorgaben, die ihm die Stadtverwaltung gemacht habe, heißt es in seinem Positionspapier, seien jedenfalls nicht umsetzbar. „Falls die Zielergebnisse aus der Nachnutzung nicht zu erreichen sind, werden wir aber von einer Umsiedlung absehen und an unserem Standort bleiben“, heißt es von Grashorn. Eine Alternative wäre dann noch, die bisher unbebaute Fläche an der Bargloyer Straße mit einer entsprechenden Beplanung zu entwickeln und zu verkaufen.

Gemeinde Visbek wirbt um Wildeshauser Unternehmen

Zudem flatterte Grashorn nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche ein Angebot der Gemeinde Visbek ins Haus, man könne ja zu günstigen Konditionen auch ins dortige Industrie- und Gewerbegebiet ziehen. Sollte der Firmeninhaber darauf eingehen, würde Wildeshausen einen wichtigen Gewerbesteuerzahler verlieren.

Wie berichtet, hat Grashorn eine bis zu drei Hektar große Fläche in Hockensberg reservieren können. Der Quadratmeterpreis beträgt 32,90 Euro. In Visbek liegt der Preis laut Liste bei 55 Euro pro Quadratmeter bei voller Erschließung.

Das Gelände von Grashorn in Wildeshausen ist bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen. Es fehlt jedoch ein Bebauungsplan. Die Firma plant nach eigenen Angaben seit 20 Jahren eine Aussiedlung.

Unternehmer benötigt das Geld für den Umzug

Die Finanzierung des Umzugs soll nach Auskunft von Grashorn weitgehend aus den Erlösen der Vermarktung des Alt-Standortes erfolgen. Die Fläche könnte nach Möglichkeit an einen oder mehrere Investoren gehen, die das Areal entwickeln.

In Abstimmung mit der Stadt hatte Grashorn ein Büro eingeschaltet und eine Planung unter Berücksichtigung der Vorgaben der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben. Zudem liegen offenbar bereits zwei weitere Planungen von privater Seite vor.

Die Parteivertreter zeigten sich dem Vernehmen nach irritiert darüber, dass es schon Vorgaben der Stadt für das Gebiet geben sollte, ohne dass diese im Vorfeld in politischen Gremien abgestimmt wurden. Die Stadtverwaltung hingegen soll im Rahmen des Infogespräches die vorgelegten Pläne ebenfalls nicht gekannt haben.

Somit konnte kein Einvernehmen über die städtebaulichen Eckdaten hergestellt werden, die für die Entwicklung des Baugebietes maßgeblich wären.

„Ich hätte gerne zusammen mit der Verwaltung ein machbares Konzept entwickelt, das dann der Politik vorgestellt wird“, so Grashorn.

Wie zu erfahren war, sollen nun aber zunächst die Fraktionen bis Mitte Februar ihre Vorstellungen vortragen, damit die Stadtverwaltung mit diesen Wünschen an Grashorn herantreten kann. Entscheidend für die Frage, ob das Unternehmen überhaupt seinen Standort verlässt, ist aber der Erlös. „Es muss genug Geld rüberkommen“, sagt Grashorn. „Sonst hat die Stadt an der Stelle eine große Chance vertan.“  

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