Beate Mester schließt Geschäft in der Innenstadt

„WohnGefühl“ hängt bald die Deko ab

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Beate Mester bedient ihre Kunden noch bis Ende September im „WohnGefühl“ an der Westerstraße.

Wildeshausen - Die Wildeshauser Innenstadt wird ab Oktober um ein individuelles Geschäft ärmer – und das ist bereits die zweite Schließung eines inhabergeführten Ladenlokals innerhalb kurzer Zeit. Nachdem das Geschäft „Le Cadeau“ am Marktplatz vor wenigen Monaten geschlossen hatte, schließt am 30. September auch Beate Mester ihr „WohnGefühl“ an der Westerstraße.

„Die Depression darüber ist schon vorbei“, sagt Mester gefasst. Immer wieder habe sie sich in den vergangenen Jahren gefragt, warum nicht mehr Kunden kommen. Denn diejenigen, die ihren Laden betreten haben und sich ausführlich beraten ließen, die kamen immer wieder und waren begeistert über den Service und die guten Tipps der gelernten Floristin.

Lieber Geschäftsaufgabe statt roten Zahlen

Jetzt ist sie sehr traurig, dass ihr „Baby“ nie erwachsen werden durfte, doch bevor sie mit roten Zahlen aus der Selbstständigkeit geht, möchte sie lieber die Türen schließen und Ende des Jahres einen neuen Job im sozialen Bereich antreten.

Woran es liegt, dass der „Schnickschnack“-Laden in bester Lage von Wildeshausen nicht genug abgeworfen hat, kann Mester nur mit einem Achselzucken beantworten: „Vielleicht ist meine Ware zu gut gewesen, dass die Leute nicht wiederkommen mussten“, sagt sie. Eventuell hätten die Leute aber auch derzeit weniger Geld für schöne Dinge über.

Auf rund 150 Quadratmetern bot Mester hochwertige Tischwäsche, ausgefallene Dekorationsgegenstände und Designer-Ware neben kleinen Mitbringseln an. Manche Lampen installierte ihr Mann Gerrit auch beim Kunden, wenn die es sich wünschten. Zudem stand der Gatte immer wieder hinterm Tresen und bediente die Kunden. „Er kann eben alles“, so Beate Mester stolz.

Traurige Stammkunden

„Sie macht das so toll hier“, betonte am Mittwoch eine Kundin, die sich nun fragt, wo sie in Wildeshausen einkaufen kann. „Ich bin sehr traurig, dass hier geschlossen wird.“

Vor rund sechs Jahren hatte Mester den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und die ehemaligen Imbissräume übernommen. Schnell gewann sie Stammkunden. „In Wildeshausen ist noch alles sehr familiär. Man kennt sich“, betonte die Kauffrau, die täglich aus Groß Ippener in die Kreisstadt fährt. Sie wisse oft, wie alt die Kinder der Kunden sind oder kenne den Namen des Hundes. Umso mehr stimmt es sie traurig, den Laden bald zu schließen.

Ein Grund dafür ist sicherlich auch, dass die Mieten in der Wildeshauser Innenstadt recht hoch sind. „Fast so viel wie in einer Großstadt muss man zahlen“, stellt sie fest und weiß genau, dass man dieses Geld erst mal verdienen muss, bevor für einen selbst etwas übrig bleibt.

dr

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