Viele Kunden kaufen frische Ware / Reges Interesse an den Ständen

Wochenmarkt trotzt Coronavirus

Trotz Nieselregen und Coronavirus war der Wildeshauser Wochenmarkt am Donnerstag gut frequentiert. Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Wildeshauser Wochenmarkt am Donnerstagvormittag: Vorm Geflügelstand warten sechs Leute im Nieselregen auf frisches Fleisch, und die zwei Verkäuferinnen haben gut zu tun, um die Ware zu verpacken. Ein paar Meter weiter schleppt ein älterer Herr mit Mütze zwei Säcke Kartoffeln, in jeder Hand einen, nach Hause. Und kurz vor 11 Uhr öffnet der immer gut frequentierte Imbissstand mit Pommes, Bratwurst und Co. beim Waltbert-Denkmal. Eigentlich alles ganz normal, aber an den Ständen gibt es fast nur ein Gesprächsthema: den Coronavirus.

Rege Nachfrage für frische Waren

„Man muss jetzt ja Abstand halten, ich finde das alles ganz schrecklich“, sagt eine ältere Dame, die sich Nüsse einpacken lässt. Und tatsächlich bemühen sich viele Besucher darum, nicht dichter als einen Meter an ihre Mitmenschen heranzutreten. Wenn die Schlange mal länger ist, lässt sich das allerdings manchmal nur schwer vermeiden.

Ein Mann, der sein Fahrrad über die Westerstraße schiebt, hustet und wird aufmerksam in den Blick genommen. Viele Menschen sind ein bisschen auf der Hut und unterhalten sich nur, wenn eine Armlänge Entfernung gewahrt bleibt. Andere geben sich hingegen betont sorglos, pflegen den Klönschnack mit Freunden und Bekannten, die sie zufällig getroffen haben. Auch dafür ist der Markt sonst ja da.

Aber ein Wildeshauser steht auch mit weißer Atemschutzmaske vor einem Stand, um frische Ware zu kaufen. Er wird anstandslos bedient, schließlich freuen sich die Beschicker über jeden Kunden, denn die Kaufleute müssen beim Bestellen oder Herstellen ihrer Produkte genau kalkulieren, damit sie genug im Angebot haben, aber auch nicht zu viel frische Ware übrig bleibt und verdirbt. Auch darüber tauschen sich die Verkäufer mit den Kunden aus.

Der Veranstalter, die Deutsche Marktgilde, ist zufrieden mit der Resonanz. „Fast alle Händler sind gekommen, außer einem Sockenverkäufer, der nicht wusste, ob er vertreten sein durfte“, berichtet Marktleiter Uwe Janssen. Die Diskussion sei aber geklärt. „Jeder Stand ist weiter auf dem Markt willkommen“, stellt er klar. Auch Textilverkäufer dürften ihre Waren anbieten – genau wie Blumenhändler.

Händler machen sich Gedanken über Virus

Die am Mittwoch verkündete Allgemeinverfügung des Landkreises Oldenburg umfasst zwar ein Verbot für Verkaufsstellen des Einzelhandels, schließt aber Wochenmärkte ausdrücklich davon aus. Laut Marktgilde ist der Besuch im Vergleich zum Supermarkt nicht so risikoreich, weil der Handel unter freiem Himmel stattfindet, es keine Einkaufswagen gibt und die Produkte nicht durch viele Hände gegangen sind.

Schon frühmorgens beim Aufbau war Janssen da. „Der Markt lief gut an“, sagt er. Aber natürlich haben er und seine Kollegen sich Gedanken wegen des Coronavirus gemacht. „Die Händler sind angewiesen, alle mit Handschuhen zu arbeiten.“ Außerdem sollten größere Schlangen vermieden werden. „Dann muss man den Kunden eben bitten, erst einmal weiterzugehen und gleich wiederzukommen“, sagt Janssen.

Der Marktleiter ist im Großen und Ganzen zufrieden, obwohl etwas weniger Kunden gekommen seien als sonst. „Uns fehlen natürlich die Menschen, die wegen der Geschäfte oder Cafés in die Innenstadt kommen, aber auch über den Markt gehen.“ Nach dem Abbau „sah es auf der Westerstraße schon gespenstisch aus“. Der Gesamtumsatz der Händler sei etwas geringer als sonst. „Aber es gab auch einen Stand, bei dem der Umsatz dreimal so hoch war wie sonst.“

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