Wladimir Guse baut Exemplar für Kindergarten in LEB-Medienprojekt

„Obstgarten“-Spiel in XXL

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Ludger Sieverding, Wladimir Guse, Willi Albers, Edgar Ruhm, Kerrin Mellmann (v.l.) und Kinder der „Schatzinsel“ mit dem Spiel.

Wildeshausen - Das „Obstgarten-Spiel“ ist seit vielen Jahren ein Klassiker im Kindergarten „Schatzinsel“ in Wildeshausen. Allerdings nur in der kleinen Variante. Seit gestern hat die Einrichtung ein großes dreidimensionales Exemplar, das von Wladimir Guse gebaut wurde.

„Es handelt sich um ein kooperatives Spiel, bei dem die Kinder gemeinsam das Obst schneller ernten müssen als der Rabe“, erklärt Sozialpädagoge Willi Albers. Für die Kinder eine Gelegenheit, ihre Grob- und Feinmotorik zu schulen, Farben sowie Symbole zu differenzieren und das Wir-Gefühl zu stärken.

Doch das Spiel hat noch ganz andere Funktionen, die auf den ersten Blick gar nicht erkennbar sind. Es wurde nämlich im Rahmen eines Medienprojektes der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) in Wildeshausen gefertigt, das zum Ziel hat, insbesondere junge Menschen ganz allmählich an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen.

„Wir erreichen junge Leute im Alter von 18 bis 24 Jahren, die die Schule oder eine Berufsausbildung abgebrochen haben und unter Suchterkranken oder psychischen Problemen leiden, kaum mit den herkömmlichen Maßnahmen“, sagt Ludger Sieverding, Fallmanager im Jobcenter des Landkreises. Es gehe darum, diesen Menschen wieder eine Aufgabe und eine Tagesstruktur zu geben, um langfristig zu erreichen, dass sie einer geregelten Beschäftigung nachgehen können.

Seit vier Jahren hat die LEB im Rahmen des Medienprojektes rund 80 Menschen mit unterschiedlichen Erfolgen betreut. Das geschieht zusammen mit der Fachstelle Sucht der Diakonie und sorgt in einem ersten Schritt für eine Stabilisierung des Personenkreises.

„Wir entwickeln mit unseren Teilnehmern Spiele, die einen Nutzen für Einrichtungen haben können“, so Albers, Standortleiter der LEB in der Kreisstadt. So sei beispielsweise auch ein Berufsinformationsspiel entstanden, das für Schulen geeignet sein könnte.

Bei Wladimir Guse stand für LEB-Anleiter Edgar Ruhm schnell fest, dass der 45-Jährige aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur möglichst ganz alleine ein Spiel entwickeln sollte. Dazu gehörte nicht nur das Handwerk, sondern auch die Vorüberlegung, wie das Spiel konzipiert werden muss. „Herr Guse ist dann auf uns zugekommen und wusste, welchem Kindergarten wir das Spiel schenken können“, freut sich Albers. So konnte die Leiterin der „Schatzinsel“, Kerrin Mellmann, das 1,25 Meter hohe Exemplar gestern in Empfang nehmen. „Wir sind absolut begeistert“, berichtet sie. „Und wir werden dokumentieren, wie das Spiel ankommt.“ Das, so die Einschätzung aller, könnte für die Teilnehmer der LEB auf jeden Fall motivierenden Charakter haben.

dr

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