Mitgliederversammlung diskutiert über Wetteraussichten und fehlende Hallenzeiten

VfL Wittekind will endlich Kunstrasenplatz

Ehrungen erhielten Helmut Kreienborg (Ehrenmitglied), Jürgen Frede (Ehrenmitglied), Hubert Schlüter (Ehrenmitglied und Geschäftsführer des VfL Wittekind Wildeshausen), Lore von Kempen (Goldene Nadel für 30-jährige Mitgliedschaft), Lennart Flege (Silberne Nadel für 25-jährige Mitgliedschaft), Gerdhard Winter (Goldene Nadel und Ehrenmitglied) sowie Wolfgang Sasse (Vorsitzender des VfL). Foto: büttner

Wildeshausen - Von Tamino Büttner. Rund 40 Mitglieder des VfL Wildeshausen sind am Freitag im Reitersaal der Gildestube Wildeshausen zur Versammlung zusammengekommen. Dabei standen die Sorge vor einem zweiten trockenen Sommer, ein neuer Anlauf beim Thema Kunstrasenplatz und die Situation der Ehrenamtlichen auf dem Programm.

Thomas Eilers kam als Vertreter von Bürgermeister Jens Kuraschinski. Er lobte die Arbeit, die der VfL investiert hat: „Die Krandelanlage sieht hervorragend aus.“ Er habe jedoch „mit großer Sorge“ das Wetter beobachtet. „2017 war das achtwärmste Jahr und 2018 das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.“ Die Trockenheit und Hitze mache auch den Sportstätten vor Ort zu schaffen, sagte Eilers. „Ich habe unseren Baudezernenten gestern tief in die Augen geschaut und gefragt, wann wir mit den Maßnahmen für den VfL beginnen können. Zwar kann ich nichts versprechen, allerdings sind wir auf den Herbst gekommen.“ Ottmar Jöckel, Abteilungsleiter der Fußballsparte, kommentierte direkt: „Unser Herbst beginnt im September.“

Wolfgang Sasse, Vorsitzender des VfL Wittekind, berichtete, dass in diesem Jahr der dritte Anlauf für einen Kunstrasenplatz anstehe. Den Aufschlag dafür machte Matthias Kluck, SPD-Ratsherr und VfL-Mitglied. Von der Milliarde Euro Strafzahlungen, die Volkswagen wegen des Diesel-Skandals dem Land überweisen musste, sollten 100 Millionen Euro in die Sportstätten investiert werden. Das sei auch nötig, um den Platz anzulegen, sagte Kluck: „Alleine schaffen wir das nicht. Zusammen mit dem Kreissportbund und dem Land Niedersachsen ist es eine machbare Aufgabe.“ Der Kunstrasenplatz soll künftig nicht nur vom VfL, sondern ebenso von Grün-Weiß Kleinkneten genutzt werden. „Die weiteren Beratungen dazu stehen noch aus“, berichtete Kluck.

Großen Bedarf sehen die Abteilungen auch bei den fehlenden Hallenzeiten. „Wir haben einen sehr starken Zulauf in den zwei Altersklassen der Sechs- bis Zehnjährigen. Dadurch fehlen uns mindestens drei Stunden pro Woche“, schilderte Ute Dietz, Abteilungsleiterin Turnen, die aktuelle Situation. Außerdem suchten die Leiter der Sparten Handball, Fußball, Volleyball, Tischtennis und Turnen dringend zusätzliche Trainer und Betreuer. Dabei zeigt der VfL bereits, dass er in seine Ehrenamtlichen investiert. Im Haushaltsbericht sind die Ausgaben für die Übungsleiter mit 70 000 Euro 2018 der größte Posten auf der Ausgabenseite. Die Vereine in Wildeshausen leisteten einen großen Beitrag für das soziale Gefüge in der Kreisstadt, betonte Sasse.

Ein wichtiges Thema, das den Verein im vergangenen Jahr beschäftigt hat, ist der Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport. Dazu seien bereits Vorschläge umgesetzt worden, hieß es. „Im Turnen haben wir uns zum Beispiel darauf verständigt, dass nur die Kinder etwas in den Umkleiden zu suchen haben. Erwachsene sind dort nicht gewünscht“, berichtete Dietz. Von den Eltern habe die Abteilung eine starke Unterstützung zu dieser Entscheidung erhalten.

Der Blick auf die Zahlen zeigte eine gute Bilanz: Für das kommende Jahr rechnet der Verein mit Einnahmen in Höhe von 200 000 Euro und Ausgaben in Höhe von 180 000 Euro. Die Mitgliedervesammlung genehmigte diesen Voranschlag. Die Differenz – 20 000 Euro – soll in die Rückstellungen fließen. „Damit sind wir in den letzten Jahren gut gefahren“, sagte Sasse. Aufgrund der günstigen Finanzlage sollen die monatlichen Beiträge sowie die Aufnahmegebühr unverändert bleiben.

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