Freiwilliges Soziales Jahr bei der Himmelsthür

„Wir versuchen, für jeden Menschen Ziele zu entwickeln“

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Spaß, Bewegung und Kontakt am Schwungtuch: Die FSJlerin Sina Burmann ist mittendrin bei den Beschäftigten der Tagesförderung im Haus Herzogin Elisabeth. 

Wildeshausen/Sandkrug - Die 16-jährige Sina Burmann aus Wildeshausen entschied sich nach ihrem Realschulabschluss, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu machen. Sie wollte etwas Praktisches tun und erste Berufserfahrungen sammeln. Sie bewarb sich bei der Diakonie Himmelsthür, bekam eine Zusage und begann am 1. August 2016 in der Tagesförderung im Haus Herzogin Elisabeth.

Bis heute freut sie sich über ihre Entscheidung, in den sozialen Bereich zu gehen. Sehr zufrieden beschreibt sie ihre Arbeit: „Hier sind tagsüber von 8 bis 16 Uhr elf Menschen, viele Senioren, denen wir eine Beschäftigung anbieten. Wir sind immer zu zweit im Dienst. Wir versuchen, für jeden Menschen Ziele zu entwickeln und sie zu erreichen. Die Betreuung gefällt mir gut. Ich bekomme hier so viel zurück und kann mich gut unterhalten.“

Einer älteren Frau reicht Sina immer das Mittagessen an. Dadurch ist sie ihr besonders vertraut. Im Februar möchte die junge Frau auch im Wohnbereich hospitieren. Allerdings hat Sina das FSJ-Mindestalter, bei ihr muss der Jugendschutz beachtet werden. Das heißt: keine Arbeit nach 20 Uhr. Sie nimmt auch an den Dienstbesprechungen teil. Ihre Kollegin Carmen Prochnow und Wohnbereichsleiterin Maria Wegmann finden, dass sie „eine große Bereicherung ist, weil sie einfühlend und mit großer Freude mitarbeitet“.

Frischer Wind

FSJler bekommen einen Einblick in Berufe wie Heilerziehungspfleger oder Erzieherin. Maria Wegmann sagt: „Sie haben in ihrem Jahr die Möglichkeit, Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und besonderem Unterstützungsbedarf kennenzulernen. Wenn ein FSJler neu ins Team kommt, heißt das auch frischen Wind für unsere Arbeit. Für die Mitarbeitenden bedeutet es, dass wir durch Fragen und Erklärungen offen bleiben für neue Impulse.“

Die überregionalen Seminare bietet die Diakonie in Niedersachsen als FSJ-Träger und Spitzenverband an. Sina gehört zu einer festen Gruppe anderer Freiwilliger: „Man kann sich über die gleichen Themen unterhalten. Alle machen etwas Ähnliches, man kann wirklich darüber reden und sich verstehen. Ich habe schnell Freunde gefunden.“ Nach ihrem FSJ möchte sie zur Schule gehen, Ziel ist das Fachabitur mit Schwerpunkt Sozialpädagogik.

Ein weiterer Himmelsthür-Freiwilliger ist der 20-jährige Yannick Weber aus Brettorf. Er ist zum einen im Wohnhaus an der Kleinen Straße in Wildeshausen tätig, wo die Bewohner sehr selbstständig sind und immer etwas los ist. Er unterstützt sie bei allen Angelegenheiten des täglichen Lebens, geht mit ihnen zum Einkaufen oder zur Bank. Wenn er sie am Wochenende in der Stadt trifft, schnackt er eine Weile mit ihnen. „Das hätte ich früher nie gedacht“, sagt Yannick Weber. In seinem Freundeskreis konnte er schon einige Vorurteile abbauen.

Im Moment ist Yannick Weber außerdem für einen einzelnen 58-jährigen Bewohner zuständig, der vorübergehend in einem Wohnhaus der Diakonie Himmelsthür in Sandkrug lebt, weil er nach einer Rückenoperation ein barrierefreies Zimmer brauchte. Er hilft ihm bei allem. Sei es, das Bett zu beziehen oder Treppensteigen zu üben. Im Hintergrund ist er immer für ihn da. Nach dem FSJ möchte Weber eine EDV-Ausbildung machen oder studieren. Der Kundenkontakt sei ihm für seine Arbeit sehr wichtig, sagt er.

Für den FSJ-Jahrgang 2017/18 nimmt die Diakonie Himmelsthür ab sofort Bewerbungen entgegen. Es gibt Einsatzstellen in Wildeshausen und Sandkrug – ab 2018 auch in Delmenhorst. Rahmenbedingungen: 16 bis 27 Jahre, 370 Euro Taschengeld monatlich, Sozialversicherung, 24 Urlaubstage, eine Unterkunft kann gestellt werden, fünf Bildungsseminare der Diakonie in Niedersachsen.

Auch für den Bundesfreiwilligendienst (bis 27 oder über 27 Jahre) bietet die Diakonie Himmelsthür Plätze an. Es gibt das Ü27-Programm mit Teilzeitmöglichkeit und neuerdings auch den Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF). Geflüchtete Menschen, die eine Arbeitserlaubnis haben, können sich bewerben.

Weitere Informationen erteilt Barbara Wündisch-Konz unter Tel. 04431/836877 oder per E-Mail an barbara.wuenisch-konz@dh-hi.de.

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