Freundesmahl der Diakonie Himmelsthür / Lob für den Willen zur Inklusion

„Wir sind auf dem Weg und wir wollen es richtig machen“

Karin Evers-Meyer fand auch kritische Worte.

Wildeshausen - Die Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen befindet sich auf einem langen Weg der Umwandlung (Inklusion). Zwei Jahre lang hat die Einrichtung schon die Öffnung in die Gesellschaft betrieben. Acht lange Jahre liegen noch vor ihr. Treue Begleiter sind dabei die Freunde, die sich einmal jährlich zum Mal im Saal des „Haus Emsland“ treffen.

Die Zahl der Freunde sinkt nicht, aber dieses Jahr sank die Zahl der Teilnehmer. Warum, darüber sind sich die Veranstalter nicht im Klaren. Vielleicht, so die neue Vorsitzende des Freundeskreises, Annette Ueberschär, lag es auch an der großen Unsicherheit, die ein Umwandlungsprozess mit sich bringt. Von prominenter Seite erhielt sie allerdings die Bestätigung, dass sich die Himmelsthür auf dem richtigen Weg befindet. „Hut ab für das, was Sie hier schon getan haben und was sie noch tun wollen“, applaudierte Karin Evers-Meyer, Mitglied des Deutschen Bundestages, ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und Gastrednerin des Festmahls. „Sie helfen damit auch anderen Menschen, weil sie Beispiele geben.“

Evers-Meyer wurde in ihrer Rede durchaus kritisch. Es gebe einige Defizite in Deutschland. Als sie an der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen mitgearbeitet habe, habe man sie darauf aufmerksam gemacht, dass es in Deutschland so viele Schulen für verschiedenste Behinderungsarten gebe. „Da habt ihr doch bestimmt Wahnsinns-Erfolge bei der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt, oder?“, wurde sie gefragt und merkte: Genau das haben wir nicht. „80 Prozent der Behinderten arbeiten in beschützenden Werkstätten“, so Evers-Meyers Erkenntnis. Und von einem Israeli musste sie sich nicht ohne Hintergedanken anhören: „Die Deutschen waren schon immer gut im Aussortieren.“

Genau das will Inklusion verhindern. Und das ist, so Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer der Himmelsthür, der Weg, den man in Zukunft weiter gehen wolle. „Wir sehen die Erfolge in den neuen Wohnformen. Da sprechen die Menschen plötzlich mehr als früher, sie sind nicht mehr inkontinent, sie werden verkehrssicher.“ Die Bewohner der Himmelsthür seinen mittlerweile „Nachbarn von anderen“. Menschen mit Behinderungen müssten in der Gesellschaft präsent sein. „Daran, dass das geschieht, müssen wir alle mitarbeiten“, so Arendt-Uhde. „Wir sind auf dem Weg und wir wollen es richtig gut machen. Wir zählen auf Sie.“ · dr

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