Auf dem Friedhof und in der BBS-Aula

Holocaust-Gedenken: „Wir haben die Menschen zu achten, wie sie sind“

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Päckchenübergabe im Ghetto unter großer Gefahr: Die Schüler spielten äußerst eindrucksvoll in den BBS.

Wildeshausen - Mahnende Worte und schockierende Szenen prägten den Holocaust-Gedenktag in Wildeshausen. Zunächst wurde der Opfer des Nationalsozialismus auf dem jüdischen Friedhof gedacht, dann zeigte die Theater-AG der Berufsbildenden Schulen die Collage „Doch einen Schmetterling hab´ ich hier nicht gesehen“ – Szenen über Kinder und Jugendliche in Ghettos und Konzentrationslagern.

Über beiden Veranstaltungen lag das Entsetzen darüber, dass in Deutschland „eine erinnerungspolitische Wende“ von dem AfD-Politiker Björn Höcke gefordert wurde und er sogar davon sprach, dass die Deutschen das einzige Volk seien, „das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“.

„Machen wir uns immer wieder unsere zentralen Werte einer freien, humanen und toleranten Gesellschaft bewusst. Weil wir das auch tun, weil sie uns vertrauen, leben viele Frauen und Männer jüdischen Glaubens wieder unter uns“, betonte Wildeshausens stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Däubler. „Dennoch sollten wir wachsam sein, aufstehen gegen offenen und latenten Antisemitismus, gegen die pauschale Verurteilung von Muslimen, gegen die Diskriminierung von Minderheiten“, so Däubler, der zusammen mit Bodo Gideon Riethmüller, Vertreter der jüdischen Gemeinde, der Menschen gedachte, die auf dem Friedhof begraben liegen.

„Wir haben die Menschen so zu achten, wie sie sind. Es gibt keine Menschen erster, zweiter oder dritter Klasse“, betonte der Leiter der BBS, Gerhard Albers. Erinnerung sei wichtig, denn wir müssten uns immer wieder vergegenwärtigen, wie leicht Menschen verführt werden können. Traditionell wird das Holocaust-Gedenken von den Wildeshauser Schulen gestaltet. Die BBS übergab die Erinnerungsstele nun an die Realschule.

Zunächst zeigte die Theater-AG aber eindrucksvoll und schockierend, was Kinder und Jugendliche in Ghettos und Konzentrationslagern erlitten. „Wir werden nicht so tun, als wären wir sie“, so die Schüler. „Wir wollen aber über sie sprechen.“ Eine bedrückende Szene folgte der nächsten, bis alle Schüler, ob aus den BBS, der Haupt- oder Realschule sowie der Gymnasien schließlich von dem Wahnsinn der damaligen Gräueltaten gefangen waren.

dr

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