Eingeschränkte Entwicklung für „Agrar-Frost“?

Windenergieanlagen in Aldrup dürfen nicht höher werden

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Die bislang installierten Windenergieanlagen in Aldrup dürfen nicht höher als 100 Meter sein.

Wildeshausen - Die Neuaufstellung des Windparks in Aldrup ist auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Mit den Stimmen von SPD und CDU im Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt am Donnerstagabend wurden die Pläne für das Repowering von zwei Windenergieanlagen auf einem Grundstück in Nähe des Betriebes „Agrar-Frost“ eingestellt. Letztendlich entscheidet jedoch der Verwaltungsausschuss am 3. Mai über das Projekt.

Seit einigen Jahren möchte der private Investor dort zwei größere Anlagen installieren und benötigt eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Thomas Aufleger vom Planungsbüro NWP in Oldenburg legte den Ausschussmitgliedern dar, dass die Anlagen wegen der möglichen Erweiterung der Industrieflächen planerisch sowohl vom Standort verschoben sowie in einem Fall in der Höhe reduziert wurden. „Das Schallgutachten ist mit dem Planer des benachbarten Gewerbebetriebes abgestimmt“, so Aufleger. 

Es gebe keine Einschränkungen der gewerblichen Immissionen für die Firma. Selbst im Fall einer Totalhavarie könnten die repowerten Anlagen nicht auf Betriebsteile fallen. Auch neue Gebäude, die auf der Erweiterungsfläche von „Agrar-Frost“ gebaut würden, wären nicht durch Schattenwurf beeinträchtigt. Lediglich, wenn der Bebauungsplan deutlich verändert und sich „Agrar-Frost“ in Richtung Windenergieanlagen entwickeln würde, sei das anders. „Aber in anderen Gebieten stehen die Anlagen direkt in Nähe von Betriebsgebäuden und es gibt keine Einschränkungen“, so Aufleger.

Reicht Repowering?

„Ich verstehe das ganze Problem nicht. Warum sollen die Anlagen nicht repowert werden?“, so Marko Bahr (FDP) zur Einschätzung von Stephan Dieckmann (SPD), Wolfgang Sasse und Sonja Plate (beide CDU), dass „Agrar-Frost“ möglicherweise später in seinem Betrieb eingeschränkt werden könnte.

„Wir haben uns vor Ort umgesehen. Das könnte irgendwann konkurrieren“, erklärte Sasse. „Für uns haben die Firma, die Arbeitsplätze und die Gewerbesteuern Priorität.“ „Wir wollen wirtschaftlich in die Zukunft sehen. Ich bin absoluter Verfechter einer intakten Wirtschaft“, so Plate. „Da ist es nur fair, das Windparkprojekt zurückzustellen.“

Das brachte jedoch Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) in Aufruhr. „Der Antrag für das Repowering ist gleichzeitig mit dem Antrag zur Erweiterung des Industriegebietes gestellt worden. Der Investor hat seine Pläne für die Anlagen noch einmal verändert, damit es keine Konflikte gibt. Also muss es hier weitergehen“, forderte er. Überhaupt habe es zehn Jahre lang keine Pläne gegeben, das Industriegebiet zu erweitern. Jetzt plötzlich sei das aber wieder Thema. Das, so Temming-Hanhoff, habe wohl viel mit dem Streit zwischen den Besitzerfamilien von „Agrar-Frost“ und der Windenergieanlagen zu tun.

„Das Vorgehen bei den Planungen ist schon sehr einseitig zugunsten von Agrar-Frost“, monierte Hermann Hitz (UWG). „Bei den Argumenten von CDU und SPD dürfte man ja hier bald gar nichts mehr bauen.“

Aufleger wies darauf hin, dass selbst, wenn keine Flächennutzungsplan-Änderung für ein Repowering genehmigt würde, die alten Anlagen unbefristet stehen bleiben dürften. Angesichts dieser Konstellation regte Bernhard Block (fraktionslos) an, die Entscheidung zu verschieben und mit beiden Parteien in Aldrup zu sprechen, inwieweit überhaupt Pläne von „Agrar-Frost“ beeinträchtigt würden. Dieser Antrag wurde gegen die Stimmen von Block, Hitz und Heiner Spille (UWG) abgelehnt. CDU und SPD setzten sich hingegen mit dem Antrag durch, die Planungen einzustellen. - dr

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