Ausschuss beschäftigt sich mit der Versorgung

Willkommenspaket für Hausärzte konzipieren

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Die Hoffnung stirbt zuletzt: Die Politik möchte alles daran setzen, zusätzliche Hausärzte in die Stadt zu bekommen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Nicht erst seit gestern besteht in der Kreisstadt das Problem mit der nicht ausreichenden hausärztlichen Versorgung. Neue Patienten haben ein arges Problem, überhaupt noch einen dauerhaften Hausarzt zu finden.

Am Donnerstagabend hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Fremdenverkehr, Sport und Kultur auf Antrag der FDP mit diesem Thema beschäftigt. Eine Lösung ist jedoch nicht in Sicht.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss schließlich für einen Beschlussvorschlag von Corinna Riedel-Seebacher (UWG) aus. Danach soll die Verwaltung beauftragt werden, ein Willkommenspaket mit begleitenden Maßnahmen für Hausärzte, die sich in der Stadt niederlassen wollen, zu konzipieren. Und zwar für den Fall, dass von der KVN weitere kassenärztliche Zulassungen geschaffen werden. Dabei sollte auch daran gedacht werden, zum Beispiel Praxisräume zur Verfügung zu stellen.

„Ich gehöre dem Steuerkreis im Landkreis an und habe dadurch etwas Wissen. Es ist ein generelles Problem. Allerdings ist nicht der Landkreis oder die Stadt, sondern vielmehr die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) dafür zuständig“, betonte Wolfgang Sasse (CDU).

Durch Hinweise aus der Bevölkerung war Christa Meenken (FDP) auf dieses Thema aufmerksam geworden: „Sicher ist das Problem kein neues. Fakt ist aber, dass die KVN stets schöne Zahlen in puncto Versorgung schreibt, aber die tatsächliche Bedarfslage dabei nicht berücksichtigt. 

Wildeshausen, Harpstedt und Dötlingen betroffen

Der Planungsbereich erstreckt sich ja nicht nur über Wildeshausen, sondern auch über die Gemeinden Harpstedt und Dötlingen.“ Es sei nun wichtig, die neuesten Zahlen abzuwarten: „Wenn sich nichts tut, müssten eben kreative Ideen her.“ So schlug sie vor, dass zum Beispiel älteren Menschen auch dadurch geholfen werden könnte, indem man sie an Krankenschwestern vermittelt, die bei Ärzten angestellt sind: „Ein neues Projekt sind aber auch telemedizinische Anwendungen.“

Mit ihrem Antrag hatten die Liberalen zudem vorgeschlagen, die Ansiedlung eines neuen Hausarztes finanziell zu unterstützen. Zum Beispiel mit einem einmaligen Kostenzuschuss in Höhe von 2000 Euro oder einer monatlichen Förderung von maximal 800 Euro über zwei Jahre.

„Natürlich legt die FDP ihren Finger bei diesem Thema in eine weit offenstehende Wunde. Unsere Hausärzte nehmen einfach keine Patienten mehr auf. Das ist ein riesiges Problem“, so Rainer Kolloge (UWG). Wenn eine Lösung ins Sicht wäre, wäre das eine tolle Sache: „Aber eine finanzielle Unterstützung ist für mich fraglich. Außerdem können wir die Zuteilung der KVN ohnehin nicht steuern.“

Fachbereichsleiterin Rita Manietta machte nochmals deutlich, dass die KVN den Zustand in der Kreisstadt für durchaus bedarfsgerecht halte. Auf die Frage von Gudrun Brockmeyer (CDU) und Woldemar Schilberg (SPD), was die Politik denn überhaupt jetzt tun könne, meinte sie: „Natürlich können wir weitere Ärzte beschließen. Aber die KVN wird zurzeit sicherlich keinen zulassen.“ Und wenn das doch mal geschehe, heiße das noch längst nicht, dass der Mediziner auch nach Wildeshausen komme.

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