Willkommens-Initiative zieht Positiv-Bilanz

„Kein planloses Multikultigetüdel“

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Helfer beim Packen der Weihnachtspräsente.

Wildeshausen - „Wildeshausen hat jetzt schon bewiesen: Wir können auf die ankommenden Flüchtlinge offen zugehen, und das hat nichts mit planlosem Multikultigetüdel zu tun.“ Diese Bilanz zieht die Initiative „Willkommen in Wildeshausen“, die von vier Frauen in der Kreisstadt gegründet wurde.

„Als im Oktober mehrere hundert geflüchtete Menschen nach Wildeshausen kamen, wussten wir: Hier müssen viele mit anpacken, damit das gut funktioniert“, berichtet Uta Barth. „Wir wollten als Initiative unseren Teil dazu beitragen, dass diese Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf und Mahlzeiten bekommen, sondern sich willkommen fühlen können und Freundlichkeit erfahren.“

Über ihre Erfahrungen berichtet Kristiane Helter: „In den beiden Wildeshauser Sporthallen sind Menschen aller Altersstufen, vom Baby bis ins hohe Alter anzutreffen. Zur Ruhe kommen, Luft holen, Schutz – das war erst einmal das Wichtigste.“ Nach dieser Atempause würden nun viele Flüchtlinge Angebote wie Deutschstunden, Handarbeiten, oder Spiele für die Kinder mit Freude und großem Lerneifer nutzen. „Auch jetzt zu Weihnachten, als wir im Rahmen der Malteser-Aktion gemeinsam mit jungen und älteren Mitbürgern rund 450 Schuhkartons mit kleinen Geschenken gepackt und verteilt haben, war eine riesige Freude über diese großartige Zuwendung zu spüren“, so Helter.

„Die meisten geflüchteten Menschen kommen mit kaum mehr als der Bekleidung, die sie tragen“, schildert Silke Grabbe, ebenfalls Mitglied der Initiative, die Situation. „Darum ist das ehrenamtliche Engagement in der Kleiderkammer beim Gymnasium so wichtig. Eine Schülerin, die hier mitarbeitet, koordiniert unter der Leitung der Malteser zusätzlich die fleißigen jungen und älteren Ehrenamtlichen. Es wird aufgefüllt, geordnet und verteilt. Unterstützt wird die kleine Kleiderkammer, wenn dringend etwas gebraucht wird, von der des Roten Kreuzes.“

Kreszentia Flauger freut sich: „Wir verbreiten immer wieder erfolgreich Aufrufe, wenn ehrenamtliche Hilfe oder Spenden benötigt werden. Meist ist es in sehr kurzer Zeit möglich, die nötigen Spenden und genug Freiwillige zu finden, sei es für Freizeitangebote oder für andere unterstützende Tätigkeiten. Mehrere Ehrenamtliche konnten wir auch mit Hilfe der Wildeshauser Freiwilligenagentur ‚mischMIT‘ vermitteln.“ Eine riesige Unterstützung sei die kontinuierlich hohe Hilfsbereitschaft in der Stadt. Aber auch für die Flüchtlinge, die nun schon in Wildeshausen verteilt wohnten, gebe es inzwischen eine Reihe neuer ehrenamtlich organisierter Angebote, so das „Café Willkommen“ im Remter an jedem ersten Mittwochnachmittag im Monat, die Geschirrkammer der Baptistengemeinde am Anemonenweg oder die Möbelkammer des DRK am Reepmoorsweg.

„Wir hoffen sehr, dass für alle hier voraussichtlich länger lebenden Flüchtlinge begleitende Patenschaften vermittelt werden können“, so die Frauen. „Lernen wir die neuen Nachbarn ein wenig kennen, dann können wir ihnen und uns eine Chance geben.“ Wer mehr über die ehrenamtliche Arbeit wissen möchte, kann sich bei der Freiwilligenagentur unter Tel. 04431/ 7483475 informieren.

www.willkommen-in-wildeshausen.de

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