Wilde Müllablagerungen in der Natur / Wertstoffhöfe im Kreis Vechta wieder in Betrieb

CDU will Grünabfallsammelstellen öffnen

Illegal: Rasenschnitt wird zurzeit vermehrt in der Natur entsorgt. Fotos: CDU

Wildeshausen – Die Wildeshauser CDU fordert, dass die Grünabfallsammelstelle im Wertstoffhof Bargloy wieder geöffnet wird. Der Landkreis Oldenburg hatte die Einrichtung wie alle anderen Standorte am 23. März wegen der Corona-Pandemie dichtgemacht (wir berichteten). „Aufgrund des Verhaltens vieler Bürger, die offenbar ihre freie Zeit genutzt haben, um überdurchschnittlich viele Anlieferungen vorzunehmen, und aufgrund eines ansteigenden Mülltourismus aus den benachbarten Städten und Landkreisen sieht die Kreisverwaltung keine andere Möglichkeit, als die Anlagen zum Schutz der Mitarbeiter und der Kunden zu schließen“, hieß es damals zur Begründung. Die Kreiseinwohner wurden gebeten, Wertstoffe und Grünabfälle vorerst bei sich zu belassen.

Dazu sind offenbar nicht alle Bürger bereit. „In den an die Stadt angrenzenden Waldgebieten ist vermehrt die unorganisierte Beseitigung von Grünschnitt, Moos und Strauchwerk zu beobachten“, berichtet Ratsherr Günter Lübke (CDU). Wiederholt hätten ihn besorgte Wildeshauser auf diese „unhaltbare Situation“ hingewiesen. Der Landkreis habe zwar mehrfach in der lokalen Presse appellativ angemahnt, die wilde Entsorgung in der freien Natur zu unterlassen, aber daran halte sich nicht jeder. „Um es deutlich zu sagen: Keinesfalls ist dieses Verhalten zu tolerieren. Wenn aber festzustellen ist, dass es in dieser Sache keine Verbesserung gibt, muss seitens der Kommune eine Reaktion erfolgen“, findet Lübke.

Der Ratsherr betont, dass die Bürger der Stadt Wildeshausen beziehungsweise des Landkreises Oldenburg grundsätzlich einen Anspruch auf Entsorgung der Abfälle hätten. „Ich bitte Bürgermeister Jens Kuraschinski deshalb im Auftrag der CDU-Fraktion, beim Landkreis darauf einzuwirken, dass die Sammelstelle für Grünabfall im Wertstoffhof Bargloy kurzfristig wieder geöffnet wird“, wendet sich Lübke an den Wildeshauser Verwaltungschef.

Was das Coronavirus angeht, setzt Lübke auf ähnliche Regeln, wie sie in anderen Bereichen bereits angewendet werden. „Auch in Zeiten der Corona-Pandemie kann eine Entsorgung so organisiert werden, dass Mitarbeiter keiner Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Hinreichende Infektionsschutzmaßnahmen können unter anderem durch den organisierten Einlass der Fahrzeuge, Entladung nur in zugewiesenen Bereichen, Verlassen des Fahrzeugs nur zum Entladen, bargeldlosen Zahlungsverkehr oder sogar durch den gänzlichen Verzicht auf Gelder für Grünabfall sichergestellt werden.“ Deutlich herausfordernder sei beispielsweise die vergleichbare Situation für Mitarbeiter im Einzelhandel.

Lübke verweist in seinem Antrag auf den Landkreis Vechta. Dort gelten seit Montag Sonderöffnungszeiten im Abfallwirtschaftszentrum und den zehn Wertstoffhöfen, in denen die Anlieferung von privaten Grünabfällen aus dem Landkreis Vechta unter besonderen Auflagen möglich ist. In einer Mitteilung heißt es, dass Personalausweise bereitzuhalten seien. Außerdem sollten die Bürger den Service nur dann nutzen, wenn es gar nicht anders geht. Baum- und Strauchschnitt könnten auch mehrere Wochen zu Hause gelagert werden. Die Abgabe anderer privater Abfälle wie Restmüll, Sperrmüll, Bauabfälle, Elektrogeräte, Hartkunststoffe und sonstiges ist allerdings ohne jede Ausnahme weiterhin nicht zugelassen.  bor

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