Wilhelm und Philipp Burmeister gehen

Mittelständler kehren Wildeshausen den Rücken und ziehen nach Rechterfeld

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Wilhelm (links) und Philipp Burmeister, beide Geschäftsführer der Burmeister-Spedition ziehen mit ihrem Betrieb nach Rechterfeld.

Rechterfeld/Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Im Herzen bleiben Wilhelm und Philipp Burmeister Wildeshauser, aber die Steuern auf den Gewinn ihrer Spedition wandern ab dem 1. September in die Kasse der Gemeinde Visbek.

Weil es kein geeignetes Areal in der Kreisstadt gab, sei der Betrieb nach Rechterfeld umgezogen, erläutern die Geschäftsführer, die sich in diesem Zusammenhang klar für das Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West aussprechen. Für manche Unternehmen sei eine Erweiterung einfach „eine Existenzfrage, die einige gar nicht auf dem Schirm haben“, kritisiert Philipp Burmeister die Gegner von Wildeshausen-West.

Der Mittelständler, der 1951 gegründet wurde und schon seit Jahrzehnten in Wildeshausen beheimatet ist, hat rund eine Million Euro in den Bau einer Fahrzeughalle und Büros in Rechterfeld gesteckt. „Weil wir eine so große Summe investiert haben, war es uns zu gefährlich, eventuell Ärger mit den Nachbarn zu bekommen“, sagt Wilhelm Burmeister. Die Stadt Wildeshausen habe durchaus Grundstücke angeboten, zum Beispiel in einem Gewerbegebiet an der Düngstruper Straße. „Wirtschaftsförderer Claus Marx hat alles versucht“, unterstreicht er. Doch da die drei Lastwagen der Spedition im Prinzip rund um die Uhr im Einsatz sind, hätte es bis Mitternacht und ab 4 Uhr morgens Verkehr gegeben. „Es braucht nur den richtigen Nachbarn, der sich beschwert“, so der Senior-Chef weiter.

Die neue Halle und die Büros der Spedition Burmeister stehen schon. An den Außenanlagen und dem Innenleben der Gebäude wird allerdings noch intensiv gearbeitet. Die offizielle Eröffnung ist für den 25. August geplant.

An ihrem neuen Standort sind die Burmeisters durchaus zufrieden. Die Entscheidung für Rechterfeld wäre wohl schneller gefallen, „hätten wir von Anfang an, nicht mit dem Herzen, sondern mit dem Kopf entschieden“, blickt Philipp Burmeister zurück. Der 30-Jährige führt den Betrieb in vierter Generation gemeinsam mit seinem Vater Wilhelm (57). An der Straße „Heide“ gibt es außer anderen Firmen keine Nachbarn. Zudem ist man weniger als zehn Minuten von Wildeshausen entfernt, wo der Laden für Heimtierbedarf als Zweigstelle weiter betrieben wird. Und: Der Futtermittelhersteller Mega, einer der Hauptkunden von Burmeister, sitzt in direkter Nähe.

In Rechterfeld passt also alles. Trotzdem hatten sich die Geschäftsführer erst jahrelang in Wildeshausen nach einer Erweiterungsmöglichkeit umgesehen. Dabei ging es auch darum, den Betrieb zukunftssicher aufzustellen. Erst als sich in der Kreisstadt keine Möglichkeit abzeichnete, klopften die Burmeisters an die Tür von Visbeks Bürgermeister Gerd Meyer, der sie auf die Fläche hinwies.

Wer sich ein Bild vom neuen Standort (Heide 62) machen möchte, kann am Sonnabend, 25. August, ab 14 Uhr zur Eröffnungsfeier mit Essen und Kinderbelustigung vorbeikommen.

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