Gemeinsames Reinemachen auf dem Marktplatz 

Wildkraut jäten im Herzen der Stadt Wildeshausen

Die Kinder des Roten Kreuzes halfen fleißig mit.

Wildeshausen - Ein Herz muss gehegt und gepflegt werden. Am Samstagvormittag hegten und fegten fleißige Helfer das Herz der Stadt Wildeshausen, indem sie mit Besen, Eimern und diversen anderen Hilfsmitteln bewaffnet dem Wildkraut und dem Müll zu Leibe rückten.

Imke Sievers vom Stadtmarketing erklärte Bürgermeister Jens Kuraschinski, Vertretern des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Wildeshausen sowie Mitarbeitern der Stadtverwaltung und – leider – nur wenigen Bürgern der Stadt die städtischen Unkraut-Problemzonen: „Sie befinden sich an der Westerstraße und Huntestraße sowie auf dem Gilde- und dem Marktplatz. Die Beete rund um die Bäume müssen vorsichtig entkrautet werden, um die Blumenzwiebeln nicht herauszuholen. Unter den Bänken, neben den Blumenkübeln und an den Laternenmasten wächst ebenfalls Unkraut.“

In einer kurzen Begrüßung zeigten sich Bürgermeister und HGV-Vorstand begeistert von der Idee von Sievers, die auch eine gute Begründung für die Aktion nannte: „Unser Bauhof kommt gar nicht mit der Arbeit hinterher. Die Sturmschäden und die ungewöhnliche Wetterlage haben unseren Kollegen so viel Arbeit gebracht, dass diese derzeit nicht zu schaffen ist. Wir wollten alle Bürger motivieren, mitzuhelfen, die Innenstadt für Weihnachten herzurichten.” Dabei sei es wichtig, nicht immer nur an den eigenen Bereich zu denken, sondern auch mal über den Gartenzaun zu blicken. „Mir ist wichtig, die Gemeinschaft zu fördern“, so Sievers.

Die erwachsenen Teilnehmer der Reinigungsaktion in der Wildeshauser Innenstadt. - Fotos: Rollié

Unter den wenigen Bürgern, die dem Aufruf gefolgt waren, befand sich Marcel Luzar, der 1986 als Soldat in die Kreisstadt kam und damals noch dachte, dass Wildeshausen einer Einöde gleicht. „Jetzt ist Wildeshausen für mich die schönste Stadt überhaupt, und es ist doch selbstverständlich, dass ich hier mithelfe“, sagte er. „Ich möchte gerne etwas zurückgeben und deswegen bin ich hier.“

Neben Daniel Helms und Matthias Kluck von den Jusos, konnten die Organisatoren auch auf die Unterstützung der Jugend des Deutschen Roten Kreuzes bauen.

Neun Kinder in Begleitung ihrer Ortsgruppenleiterin Melanie Neuefeind flitzten mit Kratzern, Müllsäcken und Eimern über den Marktplatz und wunderten sich über so manchen Fund. „Guck mal, Melanie, ich habe eine Bierflasche dort bei den Blumen gefunden“ oder „wie ekelig, hier liegt ganz viel Müll unter der Bank“, riefen die Kinder mit entsetztem Gesichtsausdruck, ließen sich dadurch aber nicht entmutigen. Die Frage, ob sie ihren Eltern auch mal im Garten helfen, wurde aber mit einem klaren „Nein“ beantwortet.

Diverse volle Unkrauteimer und prall gefüllte Müllsäcke später, konnten sich alle Aushilfsgärtner bei Gemüse- und Erbsensuppe aufwärmen, die von der Stadt gesponsert und vom DRK verteilt wurde. Nun können Tannenbäume und Lichterdekoration aufgestellt werden. - cr

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