Wildeshauser wechselt den Anwalt

Mammutverfahren geplatzt

Symbolbild: dpa
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Wildeshausen/Oldenburg - Geplatzt ist am Mittwoch vor dem Oldenburger Landgericht das Mammutverfahren gegen einen Holzunternehmer aus Wildeshausen. Grund dafür: Der 44-Jährige hatte unmittelbar vor Beendigung der Beweisaufnahme seinen Anwalt gewechselt. Und der benötigt nun Zeit, um sich in die Materie einzuarbeiten.

Dem Angeklagten werden zahlreiche Betrügereien zur Last gelegt. So soll er Holzlieferanten wie Kunden gleichermaßen geprellt haben. Der Schaden liegt bei rund 100 .000 Euro. Zudem ließ er bei einem Wildeshauser Autohändler zweimal seinen Wagen reparieren, zahlte aber beide Rechnungen nicht und fuhr so vom Hof.

Erstinstanzlich war der Wildeshauser im vergangenen Jahr vom Amtsgericht zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Er will nicht ins Gefängnis und hofft auf eine Bewährungsstrafe. Seit Anfang Februar hatte der Fall dann das Landgericht in Oldenburg beschäftigt. Das Verfahren zog sich hin, weil die Mutter des Angeklagten als Zeugin gehört werden sollte, diese sich aber stets krank meldete.

Schadensausgleich von rund 100. 000 Euro angeboten

Die Mutter soll in dem Holzunternehmen die offizielle Geschäftsführerin gewesen sein, der Angeklagte als ihr Sohn aber der eigentliche Geschäftsführer.

Der frühere Anwalt des Angeklagten war in den Wochen des Wartens nicht untätig gewesen. Es wurden Teilgeständnisse abgelegt und ein Schadensausgleich in Höhe von rund 100. 000 Euro angeboten. Das hörte sich gut an. Ein derartiger Schadensausgleich kann bereits verhängte Strafen erheblich reduzieren, im vorliegenden Fall sogar bis hin zu einer Bewährungsstrafe. Alle Prozessbeteiligten konnten sich mit diesem Gedanken auch anfreunden.

Am Mittwoch sollte es soweit sein. Am vorletzten Verhandlungstag hatte der Vorsitzende Richter erklärt, dass es in jedem Fall zu einem Urteil kommen würde, ob die Mutter des Angeklagten als Zeugin nun erscheine oder nicht. Doch da wusste der Richter noch nichts von dem Verteidigerwechsel.

Das überraschte gestern alle. Offenkundig kann der Angeklagte zurzeit auch nicht das beibringen, was sein früherer Anwalt ausgehandelt hatte. Er hatte erst 20 000 Euro an Schaden wieder gutgemacht. Er muss aber den Nachweis über die volle Summe bringen, wenn er in den Genuss der Strafmilderung kommen will. 

wz/dr

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