Wildeshauser Unternehmen produziert Fahrzeuge für selbstrollende und großvolumige Ladungen

„FlexLiner“ ist das jüngste „FVG-Kind“

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Mit dem „FlexLiner“ stellt das Wildeshauser Unternehmen einmal mehr seine Flexibilität unter Beweis. Geht nicht gibt es nicht beim Bau von Transportfahrzeugen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Sie gehören zum Bild auf den Straßen dazu – Lastwagen, die schwere Lasten oder andere Fahrzeuge transportieren. Wo aber werden diese Transportmittel gebaut, oder sind sie etwa „Stangenware“? Bei weitem nicht: Spezialist für den Bau ist die Firma FVG (Fahrzeugbau-Vertriebs-Gesellschaft) in der Kreisstadt. Wir haben uns in den Produktionshallen an der Daimlerstraße umgesehen.

„Wir bauen hier Fahrzeuge für großvolumige, selbstrollende Ladungen“, erklären die Geschäftsführer Olaf Börner und Michael Alpers, die das Unternehmen seit 2014 unter dem Namen FVG führen. Hervorgegangen ist es aus einer Vorgängergesellschaft, die 1983 in Bremen gegründet wurde und 1999 nach Wildeshausen gekommen ist.

Schon der erste Blick in die Hallen zeigt, dass die 25 Mitarbeiter jede Menge zu tun haben. „In der Tat, unsere Auftragsbücher sind voll, wir nehmen jetzt schon Aufträge für das kommende Jahr an“, erzählt Alpers.

Das jüngste „Kind“ des Unternehmens ist der „FlexLiner“, der auch während des Tages der offenen Tür am Sonnabend vorgestellt wurde. Zweifelsohne steht das „Flex“ für flexibel, denn Zugmaschine und Anhänger können dank FVG individuell mit vier Traktoren, zwei Sattelzugmaschinen oder vier Geländewagen beladen werden. „Die Flexibilität der Fahrzeuge ist überaus wichtig, damit die Speditionen Leerfahrten vermeiden können“, erklärt Börner. So würden sehr viele Traktoren in Richtung Osteuropa transportiert: „Auf dem Rückweg können dann eben andere Fahrzeuge mitgebracht werden. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.“

Schnell machen die Geschäftsführer deutlich, dass von ihnen immer wieder Flexibilität gefordert werde: „Die Speditionen liefern uns ein Lkw-Chassis an und haben genaue Vorstellungen, was sie mit dem Fahrzeug später transportieren wollen“, erklärt Alpers. Genau dann seien die Planer gefordert, die mittels Computeranimation exakt durchspielten, wie das Fahrzeug mit Anhänger aussehen müsse: „Wir bauen praktisch das Fahrzeug mit seinen hydraulischen Bühnen um die Ladungen herum. Da kann es auch schon vorkommen, dass wir die Fahrerkabine im hinteren Bereich flacher machen müssen, um die geforderte Menge an Fahrzeugen laden zu können“, sagt Alpers.

Nach den exakt gefertigten Plänen würden schließlich die Bauteile geordert. „Diese werden von Fremdfirmen gefertigt und hier verbaut. Insgesamt arbeiten wir mit fünf verschiedenen Herstellern zusammen. Da ist es oberste Priorität, dass unsere Konstrukteure exakte Zeichnungen vorlegen, denn hier muss alles auf den Millimeter passen“, sagt Börner. Fakt sei, dass die Experten für alles eine Lösung hätten: „Geht nicht, gibt es nicht bei uns. Nur so können die individuellen Wünsche der Kunden befriedigt werden.“ Während die Stahlbühnen, Hydraulikstempel und Rampen zugeliefert werden, fertigt FVG die Hydraulikleitungen selbst: „Hier kaufen wir nur die Schläuche zu, alles andere machen unsere Hydraulikexperten. Schließlich müssen diese Leitungen individuell auf Länge gebracht werden.“

Derzeit sucht das Unternehmen händeringend Auszubildende und Gesellen aus verschiedenen Berufen. Beschäftigt sind bei FVG Fahrzeugbauer, Schlosser, Mechatroniker, Landmaschinenmechaniker, KfZ-Elektriker, Hydraulikfachleute und Konstrukteure.

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