Breitmaulnashorn war in Namibia ohne Mutter aufgewachsen und wurde ausgewildert

Wildeshauser trauern nach Tod von „Hope“

Das Nashorn „Hope“ zwei Tage, bevor es in der Wildnis starb.
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Das Nashorn „Hope“ zwei Tage, bevor es in der Wildnis starb.

Wildeshausen – Es ist schon ungewöhnlich, wenn viele Menschen aus dem Landkreis Oldenburg für ein Nashorn im fernen Namibia spenden und an seinem Leben teilhaben wollen. „Hope“ hieß das Breitmaulnashorn, das vor zwei Jahren – im September 2018 – als Baby seine Mutter verloren hatte. Der Wildeshauser Ingo Stritter hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Nashorn zu retten, großzuziehen und allmählich auszuwildern. Dafür sammelte er auch über unsere Zeitung Spenden und war damit sehr erfolgreich.

„Hope“ konnte tatsächlich am 7. April in das Zannier Wildlife Reserve entlassen werden. Doch nun kam die traurige Nachricht von Stritter, dass das Nashorn „völlig unerwartet“ während einer für Namibia bitterkalten Wetterphase tot aufgefunden wurde. Die Temperaturen hätten unter null Grad Celsius gelegen, so Stritter, der Wind sei kalt gewesen.

Wohl an Lungenentzündung gestorben

Im Wesentlichen war die endgültige Schlussfolgerung des Berichtes über die Todesursache, dass „Hope“ eine Lungen- und Pleurarauminfektion – also eine Lungenentzündung – entwickelt hatte, deren Ursache unklar war. „Es könnte eine Kettenreaktion eines schwachen Immunsystems gewesen sein, die durch einen Mangel an Muttermilch, einer bakteriellen Infektion, eines Schlangenbisses, eine giftige Pflanze und/oder eine vorherige Verletzung durch einen dominanten Bullen verursacht wurde“, schreibt Stritter an alle, die am Leben des Nashorns interessiert waren.

Stritter hat private Bindungen nach Südwestafrika. Seine Familie ist seit vier Generationen in der ehemaligen deutschen Kolonie beheimatet. Ende der 1990er-Jahre richtete der gelernte Hotel- und Wirtschaftsfachmann ein rund 6 000 Hektar großes Naturschutzgebiet rund 30 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Windhoek ein. „Goche Ganas“ verfügt über ein luxuriöses Hotel, das zum Beispiel Safari-Touristen zu seinen Kunden zählt. Auf dem Areal lebt neben rund 1 800 anderen Wildtieren auch eine kleine Herde von Breitmaulnashörnern.

Optimale Bedingungen für die Auswilderung

Als der heutige Geschäftsführer des Spascher Sand Resorts von dem Schicksal des Nashornbabys erfuhr, sorgte er mit Spenden dafür, dass das Tier gut betreut werden konnte.

Nun sind alle Bemühungen um eine Auswilderung gescheitert, obwohl es zunächst so aussah, als habe sich „Hope“ gut angepasst. Nach Stritters Angaben hatte man vor Ort einiges getan, um die Auswilderung sorgfältig vorzubereiten. So wurde eine ältere Färse, der man den Namen „Tippi“ gab, in der Wildnis gefangen und zu „Hope“ ins Gehege gebracht. „Das hat gut geklappt“, so Stritter. „,Hope‘ wurde immer scheuer und tauchte kaum noch bei den Menschen auf.“

Angesichts hervorragender Witterungsbedingungen und viel saftigem Grases habe man das Tier dann freigelassen, wo es sich offenbar auch schnell einer Herde anschloss.

„Die täglichen Berichte der Anti-Wilderei-Einheit waren positiv. ,Hopes‘ Gesundheitszustand war vielversprechend, und das 22 Monate alte weiße Nashorn verhielt sich normal“, so Stritter in seinem Bericht. Doch ganz offenbar sei es sehr schwer für ein Tier, in den widrigen Bedingungen der Wildnis klarzukommen, wenn es lange Zeit und ohne Mutter in der Obhut von Menschen aufgewachsen sei.

Nun bleibt allen Beteiligten nur die Trauer. Und die Gewissheit, dass man sich keine Vorwürfe machen müsse. „Wir wollen zuversichtlich in die Zukunft schauen“, sagt Stritter. „Es ist trotzdem eine tolle Geschichte, und es ist viel positive Energie in das Projekt geflossen.“   dr

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