Stadt startet Umfrage

Wildeshauser sind gefragt: Wie wollen wir wohnen?

Natürlich will niemand den Sportplatz des Gymnasiums bebauen, aber so sieht es aus, wenn bei der Umfrage Flächen angegeben werden, die nachverdichtet werden sollten. screenshot: bor
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Natürlich will niemand den Sportplatz des Gymnasiums bebauen, aber so sieht es aus, wenn bei der Umfrage Flächen angegeben werden, die nachverdichtet werden sollten. screenshot: bor

Wie wohnen die Wildeshauser? Und vor allem: Wie wollen sie wohnen? Um Antworten auf diese und andere Fragen zu erhalten, startet die Stadt heute eine Umfrage auf ihrer Homepage.

Bis zum 1. Juli kann jeder Bürger teilnehmen. Die Ergebnisse fließen in die politischen Beratungen im Herbst ein, an deren Ende ein „Steuerungskonzept zur verträglichen Innenstadtentwicklung“ stehen soll. Damit hätten Bürger, Verwaltung, Stadtrat und Investoren Planungssicherheit bei künftigen Bauvorhaben und auch dahingehend, dass nicht aus heiterem Himmel ein großer Wohnklotz neben ihrem freistehenden Einfamilienhaus errichtet wird.

Teilnahme bis 1. Juli möglich

Konkret geht es zum Beispiel darum, welche Gebäude für Wildeshausens prägend sind. Das Mehrfamilienhaus? Das giebelständige Stadthaus? Oder das Einfamilienhaus mit Satteldach? Sollten in Zukunft mehr Single-Wohnungen, Mehrfamilienhäuser oder Gebäude für betreutes und generationenübergreifendes Wohnen entstehen?

Weiter wird gefragt, wo die Bürger Möglichkeiten zur Nachverdichtung sehen. Wo kann in zweiter Reihe gebaut werden? Welche Flächen im Stadtgebiet sind noch frei? Allerdings geht es auch in die andere Richtung. So fragt die Stadt auch, wo auf gar keinen Fall weitere Häuser errichtet oder bestehende Gebäude abgerissen und durch größere ersetzt werden sollen. Auf einer Übersichtskarte können die entsprechenden Bereiche einfach per Mausklick markiert werden. Herauskommen soll eine Einschätzung, wo sich viele Bürger eine weitere Verdichtung vorstellen können und wo eben nicht.

Wenn die politischen Beratungen abgeschlossen sind, „werden wir auch Festsetzungen in Bebauungsplänen zurücknehmen“, ist sich Bürgermeister Jens Kuraschinski sicher. Dass das Thema an Fahrt aufgenommen hat, liegt hauptsächlich an einer Bürgerinitiative gegen „Wohnklötze“, die sich im Herbst vergangenen Jahres an das Stadthaus und die Politik wandte. Die Anwohner des Haferwegs wehrten sich gegen ein großes Mehrparteienhaus vor ihrer Haustür, das zwar im Einklang mit den Vorgaben des Bebauungsplans stand, aber trotzdem in der durch freistehende Einfamilienhäuser geprägten Nachbarschaft auffiel. „Es gab Impulse von der Bürgerinitiative für ein Dichtemodell“, so der Bürgermeister.

Erst einmal beschloss der Rat jedoch eine Veränderungssperre am Haferweg und umzu. Das soll jedoch keine dauerhafte Lösung werden. Bauamtsleiter Hans Ufferfilge unterstreicht, dass „Veränderungssperren tödlich sind. Die bringen die Bebauung komplett zum Erliegen. Deswegen wollen wir die Dinge auch zeitnah ändern, damit wieder investiert werden kann. Wir wollen keine Verhinderer sein.“

18 Fragen, die anonym beantwortet werden

Es ist das erste Mal, dass die Stadt zur bevorzugt digitalen Form der Bürgerbeteiligung greift. Ein Stück weit ist das auch Corona geschuldet, trotzdem sieht Ufferfilge die Chancen der Internet-Umfrage. Diese sei auch für Menschen geeignet, die ungeübt am Rechner seien. Die neue Methode sei zudem „viel hilfreicher“ als zum Beispiel ein Meinungsbild per Brief einzuholen.

Insgesamt warten 18 Fragen auf die Teilnehmer der Umfrage. Dazu gehören auch persönliche Auskünfte zum Alter und Geschlecht sowie der jeweiligen Wohnsituation. Allerdings muss niemand seinen Namen angeben. Und es müssen auch nicht alle Fragen beantwortet werden, damit das Ergebnis zählt. Theoretisch stellt sich da auch die Frage nach der Manipulation der Ergebnisse. Ufferfilge hat das Thema im Blick, möchte aber keine technischen Details verraten.

Wer nicht den Weg übers Internet gehen möchte, kann sich im Stadthaus (Tel. 04431/880) oder direkt beim Bremer Planungsbüro „Sweco“ melden, das das Konzept erstellt (Ansprechpartnerin Marion Stark, Tel. 0421/20326).

Mitmachen

Die Umfrage ist vom 20. Mai bis 1. Juli unter mpt.link/wildeshausen abrufbar.

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