Ein Hektar Wald 

Realschüler sammeln Geld, um Bäume für den Klimaschutz zu pflanzen

In einem Video erklären die Schüler, warum sie sich für die Umwelt einsetzen.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Realschüler aus Wildeshausen wollen einen Hektar Wald pflanzen. Neuntklässler haben unter dem Titel „RSW goes green“ ein Video gedreht und nehmen am Vereinsvoting der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) teil. Das Kreditinstitut lobt 2000 Euro für die fünf Vereine oder Gruppen aus, die bei einer Abstimmung unter 26 Teilnehmern im Landkreis Oldenburg die meisten Stimmen erhalten. Insgesamt geht es um 40.000 Euro im Verbreitungsgebiet der Sparkasse. Mit dabei sind auch Vereine aus der Gemeinde Dötlingen (wir berichteten).

In der Projektbeschreibung heißt es: „Wir reden nicht nur übers Klima, wir tun auch etwas: Die Realschule Wildeshausen hat es sich zum Ziel gesetzt, mit ihren Schülerinnen und Schülern einen Hektar Wald anzulegen.“ Die Bäume sollen als nachhaltiges Projekt über die nächsten Jahre beziehungsweise Jahrzehnte gehegt und gepflegt werden. Der Förderverein der Schule möchte das Vorhaben dauerhaft begleiten und unterstützen. Die 2000 Euro der LzO sollen als Anschubfinanzierung genutzt werden.

Die Schüler selbst finden in ihrem Video, „dass die Natur viel zu schön und wertvoll ist, um sie für den Profit oder die Wirtschaft einzutauschen“. Luftaufnahmen einer Drohne zeigen den Verlauf der Hunte und Wälder. „Müll sammeln hilft, aber in zwei Wochen sieht es wieder so aus“, sagt eine Schülerin, die mit einem Greifer Plastikabfall aus der Natur entfernt. Eingespielte Fernsehberichte über Waldbrände in Südamerika machen deutlich, wie gefährlich die Lage aus Sicht der Jugendlichen ist.

„Doch was können wir als Schule gegen den Klimawandel unternehmen?“, fragten sich die Heranwachsenden. Müll zu sammeln oder zu demonstrieren, geht ihnen nicht weit genug. Deswegen sagen sie: „Wir wollen mehr Nachhaltigkeit. Wir wollen einen Hektar Wald.“ Dazu möchten sie eine Weide oder einen Acker bepflanzen. Im Folgenden erläutern die Neuntklässler, dass sie ihre Zeit nutzen wollen, um zum Umweltschutz beizutragen.

Rektor Jan Pössel findet die Idee „großartig“, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. „Wenn es gelingt, einen Hektar Wald zu pflanzen, ist das sehr nachhaltig, weil da noch Generationen von Schülern etwas mit anfangen können.“ Außerdem passe der Vorschlag zum Zeitgeist, merkt der Schulleiter an.

Auch die Jugendlichen wollen mehr, als den Wald einfach anzupflanzen. So soll er im täglichen Unterricht eine Rolle spielen. Ob Wahlpflichtkurse die Bäume pflegen, Kooperationen mit Imkern geschmiedet werden oder Obst aus eigenem Anbau verkauft wird – den Schülern schweben viele Aktivitäten in „ihrem“ Wald vor. „Wie cool wäre es, wenn wir später mit unseren Kindern an dem Wald vorbeifahren und sagen würden: Das ist unser Werk“, blickt eine Schülerin schon ein wenig in die Zukunft.

Ab Montag kommender Woche, also dem Ende der Herbstferien, soll in der Schule ordentlich „getrommelt“ werden, damit viele Stimmen zusammenkommen. Bis jetzt hängt das Projekt der Realschule beim Vereinsvoting der LzO ziemlich hinterher. Bis zum 1. November um 12 Uhr können Stimmen abgegeben werden. Das Voting läuft seit dem 14. Oktober.

Abstimmen unter www.lzo.com/vereinsvoting

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