Wildeshauser ist Komparse im Film „Freistatt“

Zehn Mal Zähne putzen und kalte Hühnersuppe essen

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Maurice Mucker

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Der 14-jährige Wolfgang wird Ende der 1960er-Jahre in eine Anstalt für schwer Erziehbare gesteckt. In Freistatt wird der junge Schüler mit der geballten Härte konfrontiert. Im gleichnamigen Film hat der Wildeshauser Maurice Mucker als Komparse mitgewirkt.

„Das war wirklich eine tolle Erfahrung und sehr interessant. Ich würde mich jederzeit wieder als Komparse für einen Film zur Verfügung stellen“, sagt der 17-Jährige. In der Zeitung habe er gelesen, dass der Film „Freistatt“ an den Original-Schauplätzen gedreht werden soll, und dass Komparsen gesucht werden: „Da ich mich ohnehin für Filmarbeiten interessiere und schon immer mal wissen wollte, wie es hinter den Kulissen aussieht, habe ich am öffentlichen Casting in Freistatt teilgenommen.“

Nach der Kostümprobe mit Nachthemd, Gummistiefel und Arbeitskleidung sei es ans eigentliche Casting gegangen. „Unter anderem galt es, spontan ein Rollenspiel zu inszenieren. Jemand vom Team hat mir ein Stück Brot weggenommen, und ich musste mich dann mit ihm streiten und mich darüber aufregen“, erzählt Maurice. Dann habe er spontan lachen und traurig sein müssen: „Abschließen musste ich ein Lied singen, um zu zeigen, dass ich aus mir rausgehen kann. Ich habe mich für ,Broken Strings‘ entschieden.“

Dann habe es noch etwa drei Woche gedauert, bis ein Anruf gekommen sei: „Ich habe mich natürlich riesig gefreut, dass ich dabei sein durfte. Im Juli und August 2013 war ich an insgesamt elf Tagen bei den Dreharbeiten dabei. Und die waren in der Tat sehr spannend.“ Noch sehr gut kann er sich an eine Szene im Keller-Waschraum erinnern. „Wir mussten am Waschbecken stehen und uns die Zähne putzen, während gedreht wurde. Leider wollte die Szene mit den Schauspielern nicht klappen, sodass wir uns wohl zehn Mal hintereinander die Zähne putzen mussten.“ Das sei dann nicht mehr so angenehm gewesen.

Nicht anders sei es beim Essen im großen Saal gewesen: „Es gab dünne Hühnersuppe, die anfangs noch warm war. Aber da auch dabei mehrfach gedreht werden musste, gab es dann nur noch kalte Suppe. So richtig schmackhaft war die nicht mehr.“

Recht lustig war es für Maurice, dass im Juli eine Szene gedreht werden musste, die Weihnachten spielt. „Trotz Hitze mussten wir uns schick mit Pullover und so anziehen. Weihnachten schwitzen ist bestimmt nicht alltäglich“, betont Maurice. Spannend fand er es, als draußen oder im Auto und auf der Straße gedreht wurde: „Da galt es dann fürs Kamerateam, ganz genau darauf zu achten, dass zum Beispiel keine Rundballen auf den Feldern liegen und das an Autos keine Umweltplaketten zu sehen sind. Denn die gab es 1970 noch nicht.“

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