Wildeshauser Malteser müssen wegen Lapalien kaum ausrücken

„Jeder, der uns alarmiert, ist auch ein Patient“

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Georg Rehaag (links) und Haugen-Habbo Kraft zeigen Teile der Ausstattung des Notarzt-Einsatz-Fahrzeuges (NEF).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Und wieder eilt ein (RTW) Rettungstransportwagen des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) Wildeshausen mit Sonder- und Wegerechten zum Einsatzort. Was die Sanitäter dort erwartet, wissen sie im Vorfeld nicht. Immer wieder stellt sich die Frage, ob der Rettungsdienst zu schnell gerufen wird. Vielleicht auch dann, wenn die Verletzung gar nicht so schlimm ist? Wir haben darüber mit dem Leiter der MHD-Dienststelle, Georg Rehaag, gesprochen.

„Je ländlicher das Gebiet ist, umso weniger werden wir wegen irgendwelcher Lapalien gerufen“, erklärt Rehaag. Sämtliche Notrufe liefen ohnehin in der Leitstelle auf: „Dort wird schon etwas selektiert. Die Mitarbeiter sprechen mit dem Melder und verweisen ihn dann eventuell an den ärztlichen Notdienst, sodass wir nicht eingesetzt werden müssen.“

Generell könne daher gesagt werden, dass die Sanitäter im hiesigen Bereich nicht unnötig gerufen werden. In Städten sehe das anders aus: „Ich weiß von Kollegen, dass sie in Großstädten immer wieder auch zu reinen Lapalien ausrücken müssen“, so Rehaag.

Fakt sei aber, dass jeder Mensch, der den Rettungsdienst alarmiere, auch ein Patient sei – ohne Wenn und Aber. „Wir sind schließlich keine Ehrenamtlichen, sondern rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für die Menschen zur Stelle. Genau das ist unser Tagesgeschäft“, betont Rehaag. Es sei nur logisch, dass jemand, der eine Platzwunde zum Beispiel am Kopf hat, über 112 einen Notruf absetzt, damit ihm geholfen werden kann: „Diese Wunden bluten bekanntlich sehr stark. Ein Laie kann da nicht beurteilen, wie schlimm die Verletzung überhaupt ist.“ Vor Ort könnten die Sanitäter in einem solchen Fall immer noch entscheiden, ob der Patient mitgenommen oder nur versorgt werden müsse: „Allerdings ist es bei einer Kopfverletzung immer ratsam, ins Krankenhaus zu fahren, um innere Verletzungen ausschließen zu können. Das ist auch für unsere Absicherung sehr wichtig.“ Jedoch käme es immer wieder vor, dass der Patient ausschließlich zu Hause vom Rettungsdienst versorgt und dann an den Hausarzt verwiesen werde: „Wenn wir mit Alarm ausrücken, heißt das nicht zwingend, dass wir einen Patienten auch mitnehmen müssen.“

Wann aber rückt der Notarzt mit aus? Immer wieder ist zu sehen, dass der MHD mit zwei Fahrzeugen zum Einsatz fährt. „In den meisten Fällen reicht der RTW aus. Wenn nicht, dann alarmieren wir den Notarzt umgehend nach. Das ist auch bei Unfällen so“, erklärt Rehaag. Allerdings gebe es bestimmte Stichworte, bei denen die Leitstelle auch den Arzt alarmiere. Mit dem RTW deckten die Malteser rund 30000 Bürger ab, der Notarzt sei für rund 40000 Menschen zuständig. „Tolle Arbeit leisten auch die Schul-Sanitätsdienste, die für kleinere Dinge immer schnell zur Stelle sind, sodass wir gar nicht erst eingesetzt werden müssen“, erzählt Rehaag.

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